Juveniler Diabetes: Zuckerkrankheit im Kindes- und Jugendalter
Juveniler Diabetes: Zuckerkrankheit im Kindes- und Jugendalter

Die Stoffwechselerkrankung Diabetes tritt in mehreren Erscheinungsformen auf, die sich nicht nur in den Symptomen, sondern auch hinsichtlich der Ursachen unterscheiden. In der Mehrheit der Fälle handelt es sich um Typ-2-Diabetes, von dem hauptsächlich Erwachsene betroffen sind. Zur Abgrenzung von diesem umgangssprachlich auch Altersdiabetes genannten Diabetes wird der Typ-1-Diabetes, der meist im Kindes- oder Jugendalter seinen Anfang nimmt, von vielen auch juveniler Diabetes genannt.

Fehlendes Insulin durch Störung des Immunsystems

Bei Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, deren Ursachen und Auslöser noch nicht abschließend geklärt sind. Es scheinen dabei aber sowohl genetische Ursachen als auch Umweltfaktoren eine Rolle zu spielen. Schon in vergleichsweise jungen Jahren kommt es bei dem Typ-1-Diabetes zu einer Fehlreaktion des Immunsystems in der Bauchspeicheldrüse, wobei die Zellen zerstört werden, die Insulin produzieren. Dieses körpereigene Hormon ist für die Regulierung des Glukosespiegels unerlässlich. Wenn es von der Bauchspeicheldrüse nur noch in nicht ausreichender Menge oder überhaupt nicht mehr ausgeschüttet wird, ist der Körper nicht mehr in der Lage, den normalen Stoffwechsel aufrechtzuerhalten.

Symptome des dadurch erhöhten Blutzuckerspiegels sind starker Harndrang und ein erhöhtes Durstgefühl sowie allgemeine Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. Da die Veränderungen an der Bauchspeicheldrüse nicht rückgängig gemacht werden können, ist eine dauerhafte Behandlung mit Insulingaben notwendig. Ein chronisch erhöhter Blutzuckerspiegel kann gravierende gesundheitliche Folgen haben. Daher ist eine Früherkennung des Typ-1-Diabetes von besonderer Bedeutung. Das Helmholtz Zentrum München informiert auf der Webseite www.typ1diabetes-frueherkennung.de darüber, wie die Krankheit möglichst früh erkannt und behandelt werden kann.

Typ-1-Diabetes im Erwachsenenalter

In seltenen Fällen kommt ein juveniler Diabetes erst im Erwachsenenalter zum Ausbruch. Diese Variante wird als LADA-Diabetes bezeichnet, wobei die Abkürzung für „Latent Autoimmune Diatetes in Adults“ steht, was „Versteckter Autoimmun-Diabetes bei Erwachsenen“ bedeutet. Da es sich bei den Betroffenen um Erwachsene im mittleren Alter handelt, wird diese Diabetes-Form leicht mit Typ-2-Diabetes verwechselt, obwohl dieser Diabetes-Erkrankung keine Autoimmunkrankheit, sondern eine Insulinresistenz zugrunde liegt, die ihre Ursache in Übergewicht, einem Mangel an Bewegung sowie Genetik haben kann. Einen Hinweis darauf, dass LADA-Diabetes vorliegen könnte, gibt das Fehlen häufiger Begleiterscheinungen von Typ-2-Diabetes wie Übergewicht und Bluthochdruck.

Wenngleich von Typ-2-Diabetes deutlich mehr Erwachsene betroffen sind, kann auch diese Erkrankung schon in der Kindheit auftreten. Insbesondere im Kleinkindalter ist dies jedoch äußerst selten – meist sind Kinder frühestens ab der Pubertät von Diabetes Typ 2 betroffen.

Bild: Bigstockphoto.com / Maya23K

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