Nachwuchs und der richtige Umgang mit Geld – ein Thema für Eltern und Kinder
Nachwuchs und der richtige Umgang mit Geld – ein Thema für Eltern und Kinder

Sinnvoll mit Geld umzugehen, will gelernt sein. Es ist nicht jedermanns Sache, gleich, ob es sich um Erwachsene, Jugendliche oder Kinder handelt. Gerade in unserer heutigen Zeit, in welcher wir von Konsumgütern überflutet werden, fällt Geld ausgeben deutlich leichter, als es anzusammeln.

Viele unserer Jüngsten bekommen nahezu alle ihre Wünsche erfüllt. Je nach Altersklasse können Eltern ihnen noch so oft von ihrem relativ harten Arbeitsleben, das erst die Anschaffung ihres Hab und Gutes ermöglicht, erzählen, auf Verständnis treffen sie jedoch häufig nicht.

Aus diesem Grund ist es ratsam, Kinder bereits frühzeitig an den Umgang mit Geld heranzuführen.

Kindern die „Geheimnisse“ des Geldes näher bringen

Hilfreich ist es, dem Nachwuchs schon sehr früh die finanziellen Begebenheiten im Haushalt zu erklären. Können unsere Jüngsten zählen, ist der Zeitpunkt gekommen, sie auch in die „Geheimnisse“ des Geldes einzuweihen.

Dazu gehören Erklärungen zu den Themen:

  • Wo kommt das Geld her?
  • Wofür wird es benötigt?
  • Was bedeutet sparen?
  • Welche Möglichkeiten zum Sparen gibt es?

Zahlreiche Kinder erhalten ihr erstes Taschengeld etwa im Alter von sechs Jahren, oftmals mit Schulbeginn. Dies ist ein guter Zeitpunkt, um mit ihnen über die verschiedenen Alternativen der Verwendung zu sprechen. Dazu gehört das Sparen ebenso wie sinnvolles Ausgeben.

Spardosen, bereits Jahrhunderte vor Christus bekannt

Möchten Kinder gerne sparen, stehen ihnen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Die wohl älteste Art und Weise zur Aufbewahrung sowie Ansammlung von Geld ist die Sparbüchse.

In Babylon wurde eine solche aus dem vierten Jahrhundert vor Christus gefunden, wobei einige Forscher davon ausgehen, dass es diese bereits früher gegeben hat. Lange Zeit war das Schwein Vorbild für unsere Spardosen, die mit einem Schlitz versehen in unsere Haushalte gelangten. Schauen wir uns heute um, finden wir sie in allen möglichen Farben und Formen. Am besten lässt man den Nachwuchs die Sparbüchse selbst aussuchen. Schließlich wird sehr „Wertvolles“ darin verwahrt, sodass diese in den Augen des Kindes einen vertrauenserweckenden Eindruck machen sollte.

Umso besser ihnen ihre neue Errungenschaft gefällt, desto lieber werden sie diese auch füllen.

Ein Bankkonto für unsere Jüngsten

Eine weitere gute Alternative zum Sparen ist die Einrichtung eines Kontos bei einem Geldinstitut. Die meisten Kinder sind sehr stolz, wenn sie erstmalig ein Büchlein auf ihrem Namen besitzen.

Neben Sparkonten gibt es auch Girokonten, die bereits ab einem Alter von sechs Jahren mit der Zustimmung eines Erziehungsberechtigten eröffnet werden können. Letztere beinhalten teilweise einen Bonus, welcher für viele junge Menschen einen besonderen Anreiz zum Sparen darstellt.

Zudem kommen oftmals Prämien oder Zinsen hinzu, deren Höhe – je nach Kreditinstitut – im Laufe der Zeit ansteigt. Dies regt Kinder dazu an, fleißig weiter ihr Geld einzuzahlen, zudem gut zu überlegen, ob sie etwas davon ausgeben oder nicht.

Der Nachwuchs orientiert sich an den Eltern

Sparen ist eine Möglichkeit, um dem Nachwuchs den Umgang mit Geld näher zu bringen. Des Weiteren sollten Kinder lernen, sinnvoll damit umzugehen. In der Regel sind es die Erziehungsberechtigten, welche ihnen einiges mit auf den Weg geben können. Sehr wichtig ist, dass sich Eltern als Vorbilder präsentieren.

Werfen diese mit ihren finanziellen Mitteln nur so um sich, werden die Jüngeren es ihnen nachmachen. Bekommen Kinder von klein auf mit, dass auch Mutter und Vater sorgfältig über eine Ausgabe nachdenken, kann ebenfalls mit einem Nachahmen gerechnet werden.

Bestenfalls bei Auszahlung des ersten Taschengeldes sollten Erziehungsberechtigte erklären,

  • was mit einem bestimmten Betrag gekauft werden kann,
  • wie es sich am besten einteilen lässt,
  • Alternativen, wenn man sich etwas davon aufhebt und
  • wofür es eigentlich gedacht ist.

Bildhafte Erklärungen zum besseren Verständnis

Erhalten Kinder mit Schulbeginn ihr erstes Taschengeld, also in einem Alter von etwa sechs Jahren, empfiehlt es sich, mit Bildern und kleinen Gegenständen zu arbeiten, um ihnen das Thema verständlich näher zu bringen.

Auch sollten Eltern nicht mit „schwierigen Wörtern“ aufwarten, sondern gerade den Jüngsten mit einer bildhaften Sprache das Verstehen erleichtern. Sehr hilfreich ist es zudem, Erfahrungen des Kindes in die Erklärung mit einzubauen, sodass es verschiedene Zusammenhänge leichter erfassen kann.

Wie bei allen anderen Themen auch, sollten dem Nachwuchs langwierige und trockene Vorträge erspart bleiben. Damit erreichen Eltern eher das Gegenteil, das heißt, die Kinder schalten entweder gleich ab oder vergessen das Gesagte alsbald.

Es lohnt sich daher in jedem Fall, mit dem ersten Taschengeld eine Erläuterung bereit zu halten, welche unsere Jüngsten zu fesseln vermag.

Umso früher, desto besser

Kindern möglichst in jungen Jahren den Umgang mit Geld beizubringen, ist essentiell für ihr späteres Leben. Statistiken zeigen auf, dass nahezu ein Drittel der Menschen in einem Alter von 14 bis 24 Jahren bereits mindestens einmal verschuldet waren.

Etwa ein Viertel aller Deutschen, die Schulden haben, ist unter 30 Jahre alt. Um dies möglichst zu vermeiden, sind die Eltern oder andere Erziehungsberechtigte gefragt, welche – insbesondere auf die Jüngsten – den größten Einfluss haben. Weiterhin wird das Thema Geld meist auch in den Schulen aufgegriffen.

Wichtig ist außerdem, dass Kinder nicht alles bekommen, was sie sich wünschen. Diese frühzeitige Erfahrung hilft ihnen, den Verzicht auf etwas kennenzulernen und diese Tatsache zu akzeptieren.

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