Die meisten werdenden Eltern kaufen zu viel Babykleidung. Vor der Geburt füllen sie Schubladen mit winzigen Bodys, Stramplern und Jäckchen. Hebammen und offizielle Gesundheitsportale raten jedoch zu einer kleinen, flexiblen Grundausstattung für die ersten Wochen. Babys wachsen schnell, Größen fallen je nach Hersteller unterschiedlich aus, und viele Familien bekommen Kleidung geschenkt oder gebraucht. Wer sich auf das Nötigste beschränkt und den Rest nach der Geburt nachkauft, spart Geld und vermeidet Berge ungetragener Kleidung.
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Die Basisausstattung für die ersten Wochen
Für ein Baby, das regelmäßig gewaschen wird, genügt eine überschaubare Menge an Kleidung. Die Empfehlungen der Quellen schwanken, aber diese Grundausstattung ist ein guter Anhaltspunkt:
- 5 bis 7 Wickelbodys, überwiegend in Größe 56
- 4 bis 5 Strampler oder weiche Hosen
- 4 bis 5 Oberteile
- 2 bis 3 Schlafanzüge
- 2 bis 4 Paar Socken
- 1 Schlafsack, bei Bedarf ein zweiter
- 1 bis 2 dünne Mützen
- 5 bis 10 Mull- oder Spucktücher
- saisonal passende Außenkleidung für Spaziergänge und den Heimweg
Diese Zahlen sind keine feste Vorgabe, sondern eine Spanne. Wer seltener wäscht, Zwillinge erwartet oder ein Baby mit starkem Spucken bekommt, braucht mehr Wechselwäsche. Wer täglich wäscht, kommt mit dem unteren Ende der Spanne gut aus.
Wickelbodys und Oberteile mit weit öffnendem Ausschnitt machen das Anziehen in den ersten Wochen viel leichter. Kleidungsstücke mit Knopfleisten am Rücken oder Kapuzen sind beim Liegen unbequem. Kaufen Sie sie besser nicht. Achten Sie außerdem darauf, dass nichts zu eng am Hals sitzt und keine harten Nähte oder Druckknöpfe auf der Haut scheuern.
Die richtige Größe: lieber mischen als raten
Vor der Geburt lässt sich die spätere Kleidergröße nur ungefähr abschätzen. Die Empfehlungen reichen von Größe 50 bis Größe 62. Das liegt daran, dass Neugeborene unterschiedlich lang und schwer sind und die Kleidung je nach Hersteller unterschiedlich ausfällt.
Eine kleine Mischung mit Schwerpunkt auf Größe 56 ist sinnvoll. Kaufen Sie von Größe 50 nur wenige Teile, etwa zwei Bodys und einen Einteiler, falls das Baby kleiner ausfällt als erwartet. Von Größe 62 können Sie ebenfalls ein paar Teile bereitlegen oder gebraucht besorgen. Wenn Sie ein hohes Geburtsgewicht erwarten, setzen Sie stärker auf Größe 56 und 62. Bei einem Frühgeburtsrisiko oder einer sehr kleinen prognostizierten Größe sprechen Sie am besten mit Ihrer Hebamme oder Frauenärztin.
Die Körperlänge ist für die Passform entscheidender als das Gewicht, und die vorgeburtliche Schätzung bleibt ungenau. Kaufen Sie deshalb keine großen Mengen in einer einzigen Größe, besonders nicht in Größe 50. Babys wachsen in den ersten Wochen schnell, und viele Kleidungsstücke werden nur wenige Male getragen.
Materialien: Baumwolle als Allrounder
Für die empfindliche Babyhaut eignen sich weiche, atmungsaktive Stoffe, die sich leicht waschen lassen. Baumwolle ist der vielseitigste Allrounder und für Bodys, Oberteile und Sommerkleidung gut geeignet. Leinen ist leicht und luftig und wird bei empfindlicher Haut ebenfalls empfohlen. Wolle oder Merino können als wärmende Schicht für den Winter nützlich sein, sollten aber bei direktem Hautkontakt gut vertragen werden. Seide fühlt sich weich an, ist aber pflegeintensiver und für die Grundausstattung nicht nötig.
Kunstfasern sind nicht automatisch schlecht, aber bei direktem Hautkontakt sollten Sie auf atmungsaktive Qualität und schadstoffgeprüfte Materialien achten. Die Verbraucherzentrale nennt unter anderem die Siegel GOTS, IVN BEST und OEKO-TEX STANDARD 100 als Orientierung. Diese Siegel stehen für unterschiedliche Schwerpunkte: Manche prüfen vor allem Schadstoffe, andere zusätzlich ökologische und soziale Produktionsbedingungen.
Waschen Sie neue Kleidung vor dem ersten Tragen gründlich. Das entfernt überschüssige Farbstoffe und Rückstände aus der Verarbeitung. Meiden Sie Kleidung mit starkem chemischen Geruch oder aufwendigen Beschichtungen wie Fleckschutz oder antibakterieller Ausrüstung. Secondhand-Kleidung ist eine nachhaltige und kostengünstige Alternative, die die Verbraucherzentrale ausdrücklich empfiehlt.
Saisonale Unterschiede: Sommer und Winter
Im Sommer steht der Hitzeschutz im Vordergrund. Die Kleidung sollte leicht, locker und atmungsaktiv sein. Bei hohen Temperaturen kann in Innenräumen ein kurzärmliger Body oder sogar nur eine Windel ausreichen. Kontrollieren Sie den Nacken oder den Bereich zwischen den Schulterblättern: Die Haut soll warm, aber nicht verschwitzt sein. Für draußen brauchen Sie einen Sonnenhut, und für kühlere Abendstunden eine dünne Jacke oder Strickjacke. Direkte Sonne sollten Sie mit Ihrem Baby grundsätzlich meiden, Kleidung ersetzt keinen Schatten.
Im Winter planen Sie am besten ein Schichtsystem: eine hautnahe Schicht wie ein Body, eine weiche Wärmeschicht wie ein Strampler und eine äußere Wetterschicht für den Weg nach draußen. Zusätzlich brauchen Sie eine warme Mütze, Handschuhe und je nach Wetter einen dicken Overall oder einen Fußsack. Im Auto sollte ein Baby nicht in einem dicken Winteroverall unter den Gurten sitzen, weil die Gurte dann nicht eng genug anliegen. Ziehen Sie dem Baby im Auto eine dünnere Kleidung an und decken Sie es nach dem Anschnallen mit einer Decke zu.
In der Übergangszeit im Frühling und Herbst sind mehrere kombinierbare Schichten sinnvoller als große Mengen dicker Kleidung. Langarmbodys, dünne Pullover, leichte Hosen und eine mittlere Jacke lassen sich flexibel kombinieren. Kaufen Sie saisonale Kleidung möglichst erst, wenn absehbar ist, welche Größe Ihr Baby dann trägt.
Schlafkleidung: weniger ist mehr
Für einen sicheren Schlaf ist Überwärmung das größte Risiko. Die empfohlene Raumtemperatur beim Schlafen liegt bei etwa 18 Grad Celsius. Ein Body und ein Schlafanzug reichen als Bekleidung aus, an heißen Tagen genügt ein dünner Schlafanzug ohne Füße oder ein kurzärmliger Body. Im Haus sollte das Baby kein Mützchen tragen. Dicke Decken, Felle, Nestchen, Wärmflaschen und Heizkissen gehören nicht ins Babybett.
Ein gut passender Schlafsack ist die sicherste Alternative zur Decke. Achten Sie darauf, dass die Halsöffnung nicht größer als der Kopf des Babys ist. Ein zweiter Schlafsack ist praktisch, wenn einer in der Wäsche hängt. Mehrere Schlafsäcke in unterschiedlichen Dicken brauchen Sie nicht unbedingt vor der Geburt, das können Sie je nach Jahreszeit und Raumtemperatur nachkaufen.
Was Sie besser später kaufen
Viele Käufe können warten, bis das Baby da ist und Sie wissen, welche Größe es trägt. Dazu gehören größere Mengen in Größe 62 und darüber, festliche Kleidung, Jeans und enge Hosen sowie Schuhe. Mehrere dicke Winteroveralls und spezielle Woll- oder Seiden-Sets können ebenfalls warten. Auch saisonale Kleidung für eine noch nicht absehbare Größe sollten Sie nicht auf Vorrat kaufen.
Für die Geburt im Krankenhaus brauchen Sie weniger Kleidung, als Sie vielleicht denken. Viele Kliniken stellen Kleidung und Windeln für das Neugeborene. Fragen Sie vorab in Ihrer Klinik nach, was tatsächlich gestellt wird. Für die Heimfahrt genügen ein Body in Größe 56 bis 62, ein Strampler oder eine Hose mit Oberteil, eine Jacke, eine Mütze und eine Decke.
Vor jedem Kauf hilft die Frage: Passt das zur erwarteten Größe und zur aktuellen Saison? Kann ich das Kleidungsstück leicht an- und ausziehen? Und brauche ich es wirklich oder ist es nur ein schönes Zusatzstück? Diese drei Fragen verhindern die meisten Fehlkäufe.
