Sind alleinerziehende Eltern wahre Organisationstalente?

Der ganz normale Wahnsinn. Der Beruf, der Haushalt und die Kinder müssen unter einen Hut gebracht werden. Wie schaffen alleinerziehende Eltern das ohne komplett gestresst zu sein? Drei Beispiele sollen verdeutlichen, wie alleinerziehende Eltern ihren Alltag organisieren.

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Fallbeispiel Julian und seine Mutter Marion

Julians Mutter sagt es funktioniert, weil es funktionieren muss.
Sie geht seitdem Julian 2 Jahre alt ist wieder voll arbeiten. Morgens wird Sohnemann zur Oma gebracht, die ihn dann in den KiGa bringt. Am Mittag holt sie ihn dort wieder, ab und er isst bei ihr. Das ist sicherlich ein Vorteil für die Mutter. Meistens ist sie gegen 13 Uhr wieder daheim und kann dann das erledigen was noch so ansteht. Klar bleibt dann und wann auch mal was liegen. Beispielsweise bügelt sie nur noch sonntags morgens. Da sie eine absolute Frühaufsteherin ist, passt das und sie ist froh, die Wäsche, die sich im Verlauf einer Woche angesammelt hat, wieder mal erledigt zu haben. Etwas schwieriger wird es jetzt, wo Julian älter wird. Da ist beispielsweise dienstags turnen angesagt und donnerstags der Schwimmkurs, dann sind die Termine mit seinen Spielkameraden zu organisieren oder ihre eigenen Termine mit ihrer Freundin, wobei ihr Sohn ja auch seine „Termine“ hat, da kann es dann schon schwieriger werden, alles unter einen Hut zu bekommen. Doch haushaltsmäßig und sonstige zu erledigenden Sachen bekommt Marion eigentlich ganz gut hin.

Fallbeispiel Laura und Anna mit ihrer Mutter Franziska

Franziska hat zwei Töchter und geht vormittags arbeiten. Ihr Ex-Mann Stefan, der selbstständig ist und meist bis in die Abendstunden arbeitet, hilft selten mal. Franziska denkt gerne an die Zeit zurück als die Laura noch im KiGa war und die Anna in der Krippe. Laura fühlte sich sehr wohl im KiGa und blieb oft auch mal über mittags dort. Doch jetzt, wo Laura eingeschult ist, wird es zunehmend schwerer alles zu organisieren. Zwar ist sie in einer betreuten Grundschule, wo die Kinder bis 13.30 Uhr versorgt sind, doch die Schulaufgaben beispielsweise muss sie zuhause erledigen. Damit starten die beiden dann daheim erst so gegen 14.00 Uhr. Anna, die jetzt 3 1/2 ist, schläft gerne am Nachmittag mal ihr Mittagsstündchen das hilft schon sehr, um mit Laura dann vernünftig lernen zu können. Je älter die Kids werden, je höhere Ansprüche haben sie und mehr wollen sie mittags dann unternehmen. Manchmal kommt Franziska sich wie eine Taxifahrerin vor und es wird bestimmt nicht einfacher, wenn die Kleine bald mehr machen möchte, als nur zum Turnen zu gehen.

Fallbeispiel Jonathan und sein Vater Felix

Felix arbeitet nicht aber er studiert. Jonathan geht früh in den KiGa und dann macht er sich auf die Socken mit einer durchschnittlichen 1,5 Stunden Zugfahrt bis zur Uni. Abends holt Jonathan eine in der Nähe wohnende Freundin um ca. 17.30 Uhr ab. Wenn Felix vor dieser Zeit zuhause ist, macht er den Haushalt und seine Studienaufgaben, und wenn Jonathan dann gebracht wird, ist er nur für ihn da. Am Wochenende starten dann auch verschiedene Unternehmungen und mittwochs holt die Oma Junior ab. In der nächsten Zeit stehen Prüfungen für Felix an und besagte Freundin unterstützt ihn auch im Haushalt. Felix freut sich jetzt schon sehr darauf nach Hause zu kommen, wenn alles blitzt und die Wäsche gewaschen ist. Er weiß mittlerweile als alleinerziehender Vater, wie zeitintensiv nur der Haushalt schon ist.

Wo ein Wille ist auch ein Weg

Wichtig ist hier sicherlich, welche Ansprüche gestellt werden und was in erster Linie die alleinerziehenden Elternteile wollen. Und dann geht es auch irgendwie. Klar gibt es auch Situationen, wo der Zuverdienst notwendig ist und das Thema „Wollen“ rückt an die zweite Stelle. Die Zeit wird kostbarer, wenn viel für den Job draufgeht. Dann heißt es für diese Zeit evtl. Abstriche zu machen, sich gut zu organisieren, umzustrukturieren und Familie und Freunde mit einzuspannen. Letztlich bleibt aber festzuhalten, dass in allen drei Beispielen der Alltag funktioniert. Es wird deutlich, dass der Alltag zwar wesentlich voller und intensiver ist, aber der Stress, wie auch familien-magazin.com berichtet, durch Kinder nicht zuzunehmen scheint. Eigentlich tolle Nachrichten im Zeitalter des Burnouts und der Kinderlosigkeit.

Bild: istockphoto.com / AlbanyPictures

Marianne

Marianne ist leidenschaftliche Mama und Bloggerin und berät online wie offline Familien rund um Erziehung, Ernährung & Partnerschaft. Auf familien-frage.de gibt sie Ihre Geheimnisse preis und bloggt über Alltägliches. Marianne ist außerdem die redaktionelle Leiterin von Familien-Frage.