Der Abschied an der Kita-Tür fällt vielen Eltern schwer: Sie übergeben Ihr Kind Menschen, die Sie selbst erst kennenlernen. Bei diesem Übergang sind Trauer, Sorge oder ein ungutes Gefühl normal. Sie müssen Ihre Gefühle nicht verstecken. Absprachen mit der Bezugskraft, also der Fachkraft, die Ihr Kind in der Eingewöhnung begleitet, helfen. Auch ein verlässlicher Abschied und ein Tempo, das zu Ihrem Kind passt, geben Sicherheit.
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Nehmen Sie Ihre Gefühle ernst
Wenn Sie beim Abschied traurig oder nervös sind, heißt das nicht, dass Sie Ihrem Kind schaden. Auch Eltern brauchen Zeit, um Vertrauen zur Kita aufzubauen. Nehmen Sie Ihre Gefühle an, statt von sich zu verlangen, vollkommen gelassen zu wirken.
Klären Sie vorab mit der Bezugskraft, was Ihnen Sicherheit gibt. Fragen Sie zum Beispiel, wie die Eingewöhnung abläuft, wer Ihr Kind betreut und wann Sie eine Rückmeldung bekommen. Vereinbaren Sie, worauf die Fachkraft nach Ihrem Weggehen achtet: Lässt sich Ihr Kind trösten? Findet es anschließend ins Spiel? Solche konkreten Beobachtungen helfen mehr als die allgemeine Versicherung, dass alles gut wird.
Legen Sie vorher fest, was Sie nach dem Abschied tun. Sie können etwa eine vertraute Person anrufen oder direkt zu Ihrem nächsten Termin gehen. Ihre Gefühle bleiben, aber der Morgen bekommt einen festen Ablauf.
Vereinbaren Sie einen klaren Abschied
Ein kurzes, wiederholbares Ritual gibt Ihrem Kind Orientierung. Das kann eine Umarmung sein, ein kurzer Satz und ein Winken am vereinbarten Ort. Danach übergeben Sie Ihr Kind an die Bezugskraft und gehen, wie abgesprochen. Ein vertrauter Gegenstand kann ebenfalls helfen, wenn die Kita das Mitbringen erlaubt.
Lange Abschiede können den Trennungsschmerz verstärken. Bleiben Sie deshalb freundlich und klar, statt den Abschied hinauszuzögern. Wenn Ihnen selbst die Trennung schwerfällt, sprechen Sie das mit der Bezugskraft ab. Sie kann mit Ihnen besprechen, wie die Übergabe ruhig und verlässlich abläuft.
Weinen beim Abschied allein sagt noch nicht, wie es Ihrem Kind den restlichen Vormittag geht. Entscheidend ist auch, ob es sich von der Fachkraft beruhigen lässt und wieder Kontakt zu Spiel oder Umgebung findet. Fragen Sie nach diesen Beobachtungen, statt nur danach, ob Ihr Kind geweint hat.
Sprechen Sie mit der Bezugskraft
Die Bezugskraft wird für Ihr Kind zu einer vertrauten Person, während es die neue Umgebung kennenlernt. Ihr Kind baut diese Beziehung nach und nach auf. Erzählen Sie der Fachkraft, was Ihrem Kind hilft, wenn es müde, traurig oder unsicher ist. Fragen Sie auch nach, wie der Tag verlaufen ist.
Sprechen Sie die Bezugskraft an, wenn eine Trennung für Sie oder Ihr Kind zu schnell geht. Gemeinsam lässt sich besprechen, ob kürzere Trennungsphasen, mehr Begleitung oder ein anderer Ablauf besser passen. Wenn die Eingewöhnung langsam verläuft, bedeutet das nicht automatisch, dass etwas schiefläuft. Prüfen Sie zunächst, ob das Tempo für Ihr Kind passt.
Eingewöhnung ohne feste Frist
Die Eingewöhnung dauert bei jedem Kind unterschiedlich lang. Zeitangaben einzelner Eingewöhnungsmodelle oder Kitas helfen bei der Planung. Sie setzen aber keine Frist und sagen nicht aus, ob die Eingewöhnung gelingt. Vergleiche mit anderen Familien helfen daher wenig.
Orientieren Sie sich daran, wie sich Ihr Kind in der Kita verhält. Gute Anzeichen sind, dass es in Gegenwart der Bezugskraft entspannter wird, seine Umgebung erkundet, Kontakt aufnimmt und sich in schwierigen Momenten von ihr trösten lässt. Wenn das noch nicht gelingt, besprechen Sie mit der Kita, welcher nächste Schritt passt.
