Babys regulieren ihre Körpertemperatur schlechter als ältere Kinder und Erwachsene: Sie schwitzen weniger und überhitzen schneller, besonders in direkter Sonne und bei hohen Temperaturen. Beim Erfrischen im Sommer kommt es auf Schatten, Pausen und luftige Kleidung an. Kalte Getränke sind dafür nicht nötig. Ein gesundes Baby, das gestillt wird oder Säuglingsanfangsnahrung bekommt, braucht auch bei Hitze normalerweise kein zusätzliches Wasser.
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Getränke nach Alter
Wie viel Flüssigkeit Ihr Baby braucht, hängt davon ab, wie es ernährt wird. Ein voll gestilltes Baby bekommt bei Hitze nach Bedarf häufiger die Brust. Muttermilch deckt den Flüssigkeitsbedarf auch an heißen Tagen vollständig ab. Wenn Ihr Baby Säuglingsanfangsnahrung erhält, bieten Sie die Flasche ebenfalls häufiger an. Verdünnen Sie die Nahrung aber niemals eigenmächtig mit mehr Wasser. Die fertig gemischte Nahrung hat bereits die richtige Menge Flüssigkeit.
Ab dem ersten Brei kann Ihr Baby kleine Schlucke Wasser aus einem Becher oder einer Tasse probieren, um das Trinken zu üben. Zusätzliche Flüssigkeit wird meist erst nötig, wenn der dritte Brei eingeführt ist. Dann ist Wasser das bevorzugte Getränk. Süße Getränke wie gesüßte Tees oder Fruchtsäfte sollten Sie vermeiden. Sie erhöhen das Kariesrisiko und werden mit Übergewicht in Verbindung gebracht.
Kühle Snacks für die Beikost
Wenn Ihr Baby bereits Beikost isst, eignen sich wasserreiche Lebensmittel als leichte Sommermahlzeit. Melone ohne Kerne, Beeren, Nektarine, Pfirsich, Gurke, Tomate, Zucchini oder Paprika liefern Flüssigkeit und schmecken an heißen Tagen angenehm. Wichtig ist die altersgerechte Konsistenz: Pürieren oder zerdrücken Sie das Obst und Gemüse fein, solange Ihr Baby noch nicht sicher kauen kann. Kleine, harte Stücke oder ganze Beeren sind für jüngere Babys eine Erstickungsgefahr.
Auch ein kühler Getreide-Obst-Brei, abgekühlter Gemüsebrei oder Obstquark sind geeignete Sommersnacks. Selbstgemachtes Kindereis aus zuckerfreiem Fruchtsaft oder Joghurt mit Obstmus kann an heißen Tagen eine willkommene Abwechslung sein. Achten Sie darauf, dass die Portionen klein bleiben und die Konsistenz weich genug ist. Harte gefrorene Stücke oder Eiswürfel gehören nicht in den Mund eines Babys.
Schatten, Kleidung und Raumtemperatur
Direkte Sonne sollten Babys im ersten Lebensjahr komplett meiden. Auch unter einem Sonnenschirm oder Kinderwagenverdeck staut sich schnell Hitze, deshalb ist Schatten allein keine Garantie für angenehme Temperaturen. Planen Sie Aufenthalte im Freien so, dass Ihr Baby möglichst im Schatten liegt und die Sonne nicht direkt auf die Haut scheint.
Zu Hause helfen einfache Maßnahmen: Schließen Sie tagsüber Rollläden, Vorhänge oder Jalousien, lüften Sie morgens und nachts, und nutzen Sie das kühlste Zimmer zum Schlafen. Leichte, lockere und atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle ist ideal. Bei großer Hitze darf Ihr Baby auch nur einen Body oder eine Windel tragen, wenn die Raumtemperatur das zulässt. Um zu prüfen, ob Ihrem Baby warm oder kalt ist, fühlen Sie zwischen den Schulterblättern oder am Nacken. Die Haut sollte warm, aber nicht verschwitzt sein. Kalte Hände oder Füße sind dagegen kein zuverlässiges Zeichen für Unterkühlung.
Sanft kühlen ohne Risiko
Bei Temperaturen über 30 Grad können feuchte Tücher auf Armen und Beinen angenehm kühlend wirken. Wichtig ist, dass Sie sanft kühlen: Verwenden Sie lauwarmes oder kühles, aber kein eiskaltes Wasser, und lassen Sie Ihr Baby nicht nass oder frierend liegen. Ein feuchtes Tuch auf der Stirn oder im Nacken hilft ebenfalls, die Körpertemperatur zu senken.
Ein Ventilator kann einen kühlenden Luftzug erzeugen, kühlt den Raum selbst aber nicht. Stellen Sie ihn so auf, dass Ihr Baby ihn nicht erreichen kann, und richten Sie ihn nicht direkt auf den Körper. Ein leichter Luftzug ist angenehm, ein starker Luftstrom auf ein schwitzendes Baby kann dagegen unangenehm sein.
Pausen in den Tagesablauf einbauen
Verlegen Sie Spaziergänge auf den frühen Morgen oder den späten Nachmittag und halten Sie Aufenthalte im Freien kurz. Wechseln Sie regelmäßig in einen kühlen Raum oder in den Schatten, auch wenn Ihr Baby noch keine Anzeichen von Unwohlsein zeigt. Füttern und Stillen Sie nach Bedarf, und legen Sie sofort eine Pause ein, wenn Ihr Baby unruhig wird, stark schwitzt oder auffällig wirkt.
Ein fester Zeitplan mit Minutenangaben ist nicht nötig. Beobachten Sie Ihr Baby und reagieren Sie auf seine Signale. Ein Baby, das quengelt, rot wird oder sich unwohl fühlt, braucht Abkühlung, auch wenn die geplante Zeit im Freien noch nicht um ist.
Warnzeichen von Überhitzung
Hitzeerschöpfung und Hitzschlag sind ernste Zustände, die bei Babys schnell eintreten können. Bei einer Hitzeerschöpfung kann Ihr Baby starken Durst haben, abgeschlagen und schwach wirken, blasse und kaltschweißige Haut haben, frösteln oder über Kopfschmerzen und Schwindel klagen. Bringen Sie Ihr Baby dann sofort aus der Hitze in eine kühle Umgebung und lassen Sie es sich ausruhen. Bieten Sie Flüssigkeit an, wenn es wach ist und sicher schlucken kann. Wenn Sie sich Sorgen um Ihr Baby machen, suchen Sie schnell eine Arztpraxis auf.
Ein Hitzschlag ist ein Notfall. Warnzeichen sind hochrote, heiße und trockene Haut, fehlendes Schwitzen, eine Körpertemperatur über 40 Grad, schnelle und flache Atmung, ein benommener Eindruck, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit. Dann handeln Sie sofort: Bringen Sie Ihr Baby aus Sonne und Hitze, rufen Sie den Rettungsdienst unter 112, entfernen Sie überflüssige Kleidung und kühlen Sie vorsichtig mit feuchten Tüchern oder kühlem, nicht eiskaltem Wasser. Lassen Sie Ihr Baby nicht allein und geben Sie ihm nur dann etwas zu trinken, wenn es wach ist und sicher schlucken kann. Bei Bewusstlosigkeit dürfen Sie nichts einflößen.
