Leichte Empfindlichkeit kann in den ersten Tagen des Stillens auftreten. Wenn Ihre Brustwarzen bei jeder Stillmahlzeit schmerzen, holen Sie früh Unterstützung. Das gilt auch bei Rissen oder Blutungen und wenn die Beschwerden zunehmen. Häufig liegt die Ursache beim Anlegen oder in der Stillposition.
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Lassen Sie möglichst eine ganze Stillmahlzeit von Ihrer Hebamme oder einer Stillberaterin beobachten. Schonende Pflege kann die Haut entlasten. Sie behebt aber weder eine ungünstige Position noch ein flaches Anlegen.
Prüfen Sie das Anlegen
Achten Sie darauf, dass Ihr Baby nah bei Ihnen und Ihnen zugewandt liegt. Der Kopf sollte nicht verdreht sein. Wenn Ihr Baby den Mund weit öffnet und mehr Brustgewebe in den Mund nimmt als nur die Brustwarze, verteilt sich der Druck besser. Eine Fachperson kann sehen, ob Ihr Baby gut angelegt ist, und die Position gemeinsam mit Ihnen anpassen.
Sprechen Sie Schmerzen an, die während des Stillens anhalten. Fragen Sie Ihre Hebamme oder Stillberaterin, ob sie beim nächsten Stillen zusehen kann. Wiederkehrende Schmerzen müssen Sie nicht aushalten.
Schonen Sie die Brustwarzen
Lassen Sie die Brustwarzen zu Hause öfter an der Luft trocknen. Milchreste und Speichel können Sie antrocknen lassen. Wechseln Sie feuchte Stilleinlagen regelmäßig und wählen Sie, wenn möglich, Einlagen ohne Kunststoffrückseite. Ein gut sitzender BH sollte nicht einschnüren.
Es ist nicht zuverlässig belegt, dass Cremes und andere Mittel zum Auftragen auf die Brustwarze allgemein helfen. Wenn Sie ein Produkt verwenden möchten, lassen Sie sich dazu beraten und beachten Sie die Anwendungshinweise. Verwenden Sie Stillhütchen und Brustschalen nicht ohne Beratung, weil sie das Anlegen beeinflussen können.
Wenn das Stillen zu schmerzhaft ist, besprechen Sie mit einer Fachperson, was Sie vorübergehend tun können. Abpumpen oder Ausstreichen kann eine Möglichkeit sein. Auch beim Abpumpen sollten Sie prüfen lassen, ob der Aufsatz richtig sitzt und der Sog passend eingestellt ist. Bei falscher Anwendung kann die Brustwarze gereizt werden.
Ursachen für wunde Brustwarzen
Häufig entsteht der Schmerz, wenn das Baby zu flach angelegt ist oder die Brustwarze beim Saugen zusammengedrückt wird. Auch eine angespannte Haltung oder ein Baby, das aus der Position rutscht, kann Druck und Reibung verursachen.
Bleiben die Beschwerden trotz angepasstem Anlegen bestehen, können andere Ursachen dahinterstecken. Mögliche Ursachen sind eine eingeschränkte Zungenbeweglichkeit oder ungünstige Saugbewegungen Ihres Babys. Auch Druck durch die Milchpumpe und Hautreizungen wie Ekzeme kommen infrage. Wenn sich die Brustwarze nach dem Stillen verfärbt, kann ein Gefäßkrampf beteiligt sein. Dabei verengen sich die Blutgefäße vorübergehend. Mehrere Ursachen können gleichzeitig auftreten.
Auch Infektionen können Beschwerden auslösen. Schmerzen allein beweisen jedoch keine Pilzinfektion. Lassen Sie anhaltende Schmerzen, nässende Hautstellen oder Krusten ärztlich abklären. Wenden Sie Pilz- oder Antibiotikamittel nicht ohne ärztlichen Rat an.
Wann Sie bei wunden Brustwarzen Hilfe brauchen
Wenden Sie sich zeitnah an Ihre Hebamme, eine Stillberaterin oder eine Ärztin, wenn:
- Ihre Brustwarzen bei jeder Stillmahlzeit schmerzen;
- Risse, Blutungen oder wiederkehrende wunde Stellen auftreten;
- die Beschwerden trotz angepasstem Anlegen anhalten;
- die Haut juckt, nässt, Krusten bildet oder sich sichtbar verändert;
- auch das Abpumpen schmerzt oder Verletzungen verursacht.
Lassen Sie sich ärztlich beraten, wenn Sie hohes Fieber oder starke Schmerzen haben. Auch ein grippeähnliches Krankheitsgefühl oder eine rote, harte Stelle an der Brust sind Gründe für ärztlichen Rat. Diese Beschwerden können Anzeichen einer Brustentzündung sein. Holen Sie auch medizinischen Rat ein, wenn sich Ihr Zustand verschlechtert oder es Ihnen nach 12 bis 24 Stunden nicht besser geht.
