Elternzeit: Aufgaben fair aufteilen

Wenn Sie Elternzeit planen oder schon in Elternzeit sind, müssen Sie Betreuung, Haushalt, Termine und Erholung neu verteilen. Eine faire Aufteilung verlangt keine gleichen täglichen Stunden, sondern dass beide Verantwortung tragen. Eine Person sollte nicht dauerhaft allein planen, erinnern und organisieren.

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Klären Sie deshalb auch, wer bemerkt, wenn Windeln zur Neige gehen, wer Arzttermine vereinbart und wer Kleidung in der nächsten Größe besorgt. Diese Planung gehört zum Familienalltag.

Machen Sie alle Aufgaben sichtbar

Schreiben Sie gemeinsam auf, was regelmäßig anfällt. Dazu gehören die Versorgung des Babys, Einkäufe, Mahlzeiten und Wäsche. Auch Arzttermine, Unterlagen und das Nachbestellen von Vorräten fallen regelmäßig an. Halten Sie zu jeder Aufgabe fest, wer sie bemerkt, plant und erledigt.

Eine gemeinsame Einkaufsliste hilft nur, wenn beide darauf achten, was fehlt, und sie aktuell halten. Übergeben Sie nach Möglichkeit ganze Aufgabenbereiche: Wer etwa die Wäsche übernimmt, achtet selbst darauf, wann sie gewaschen werden muss, und sorgt dafür, dass sie gewaschen, getrocknet und weggeräumt wird. Einigen Sie sich außerdem darauf, was „Küche aufgeräumt“ im Alltag bedeutet.

Übernehmen Sie ganze Aufgabenbereiche

Bei einer fairen Aufteilung muss nicht jede Tätigkeit genau halbiert werden. Beide sollten aber verstehen, wie die Aufgaben verteilt sind. Berücksichtigen Sie auch, wie viel Zeit die Aufgaben kosten und wann beide sich erholen können. Ein Elternteil kann tagsüber den größeren Teil der Babybetreuung übernehmen, wenn der andere arbeitet. Das bedeutet nicht, dass diese Person rund um die Uhr allein für das Baby, den Haushalt und die Organisation zuständig ist.

Planen Sie auch Nächte, frühe Morgenstunden und feste Pausen ein. Wenn ein Elternteil nachts häufiger aufsteht, braucht die andere Person möglicherweise zu einer anderen Zeit einen verlässlichen Ausgleich. Vereinbaren Sie konkrete Zeiten und Zuständigkeiten. Erholung sollte nicht erst dann stattfinden, wenn alle Aufgaben erledigt sind.

Die Zeitverwendungserhebung des Statistischen Bundesamts für 2022 zeigt, warum die Gesamtzahl der Arbeitsstunden allein nicht ausreicht: Mütter und Väter in Haushalten mit Kindern kamen im Durchschnitt auf ähnlich viele Arbeitsstunden insgesamt. Frauen leisteten dabei mehr unbezahlte Arbeit, Männer mehr bezahlte Arbeit. Die Zahlen umfassen unterschiedliche Familienformen und beziehen sich nicht gezielt auf Paare in Elternzeit. Sie zeigen, wie wichtig unbezahlte Arbeit ist, sagen aber nichts über die Aufteilung in Ihrer Familie aus.

Sprechen Sie konkret über Belastung

Ein ruhiges Gespräch gelingt leichter, wenn Sie zuerst sagen, was Ihnen auffällt, dann, was Sie brauchen, und schließlich, worum Sie bitten. Statt „Du hilfst nie“ können Sie sagen: „Ich merke, dass ich Termine und Vorräte im Blick behalte. Das wird mir zu viel. Bitte übernimm künftig die Arzttermine vollständig, einschließlich der Terminvereinbarung und der Unterlagen.“

Fragen Sie, wie die andere Person die Verteilung erlebt. Eine unterschiedliche Einschätzung der Aufteilung sagt für sich genommen nichts darüber aus, ob jemand absichtlich zu wenig tut. Beschreiben Sie konkrete Situationen und vereinbaren Sie klar: Wer übernimmt welchen Bereich, und woran erkennen Sie beide, dass diese Person den Bereich selbst im Blick behält und erledigt?

Planen Sie einmal kurz gemeinsam die kommende Woche, damit Sie Engpässe früh erkennen. Prüfen Sie regelmäßig, ob die Aufteilung noch passt. Ein monatliches Gespräch kann genügen, wenn sich nichts Grundlegendes verändert hat. Nach einer schlaflosen Phase, einer Krankheit oder einem Wiedereinstieg sollten Sie die Aufgaben früher neu verteilen.

Passen Sie die Aufgabenverteilung an

Vor Beginn der Elternzeit sollten Sie Erwartungen zu Betreuung, Haushalt, Nächten und Besuch besprechen. Wenn nur ein Elternteil Elternzeit nimmt, vereinbaren Sie ausdrücklich, welche Aufgaben während des Tages bei dieser Person liegen und welche außerhalb dieser Zeit gemeinsam oder durch den anderen Elternteil übernommen werden.

Nehmen beide Eltern nacheinander oder gleichzeitig Elternzeit, sollte jeder wiederkehrende Abläufe eigenständig übernehmen. Dazu gehört auch, selbst zu entscheiden, was als Nächstes nötig ist. Der Väterreport 2023 berichtet, dass Familien mit Elternzeit des Vaters häufiger eine annähernd hälftige Betreuung angaben als Familien ohne Elternzeit des Vaters. Dieser Zusammenhang beweist nicht, dass die Elternzeit allein die spätere Aufteilung verursacht oder dass ein bestimmtes Modell für jedes Paar passt.

Beim Wiedereinstieg ändern sich Arbeits- und Betreuungszeiten. Besprechen Sie dann erneut, wer das Kind bringt oder abholt, wer Termine wahrnimmt und wie Haushalt und Erholung verteilt werden. Übernehmen Sie die alte Aufteilung nicht automatisch, wenn sie unter den neuen Bedingungen nicht mehr funktioniert.

familien-frage.de