Elternzeit planen: Was sich bewährt

Planen Sie die Elternzeit rund um die Geburt so, dass sie den Alltag der Erwachsenen erleichtert und sich nach dem wechselnden Schlaf- und Trinkrhythmus des Babys richtet. Neugeborene schlafen und trinken in wechselnden Abständen. So bleibt genug Zeit für die Versorgung des Babys, Erholung und spontane Pausen.

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Klären Sie vor der Geburt, wer welche Aufgaben übernimmt, wo wichtige Dinge liegen und welche Termine anstehen. Ein gemeinsamer Kalender, ein vorbereiteter Wickelplatz und ein Einkaufsplan ersparen Ihnen im Alltag manche Entscheidung.

Einen flexiblen Tagesrahmen schaffen

Neugeborene haben anfangs noch keinen verlässlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Wiederkehrende Abläufe geben den Erwachsenen Orientierung, legen aber nicht fest, wann das Baby schlafen oder trinken soll. Sie können zum Beispiel morgens Vorhänge öffnen und frische Kleidung bereitlegen. Abends lassen sich Windeln und Tücher für die Nacht auffüllen.

Legen Sie zwischen Termine und Besuche genügend freie Zeit. Füttern, Beruhigen und Wickeln dauern nicht immer gleich lang, und auch die Erholung nach der Geburt braucht Raum. Ein oder zwei feste Punkte am Tag geben Orientierung; lassen Sie für den übrigen Tagesablauf genügend Spielraum.

Aufgaben sichtbar verteilen

Besprechen Sie die Betreuung des Babys ebenso wie Essen, Einkäufe, Wäsche und die Betreuung älterer Kinder. Untersuchungen mit Paaren in Deutschland zeigen: Paare besprechen teils genauer, wer sich um die Kinder kümmert, als wer die Hausarbeit erledigt. Außerdem sind sich Partnerinnen und Partner nicht immer einig, wer welche Aufgaben übernimmt. Auch wenn das nicht auf jede Familie zutrifft, lohnt es sich, Aufgaben ausdrücklich zu benennen.

Vereinbaren Sie, wer zum Beispiel Einkäufe erledigt, Mahlzeiten organisiert und Wäsche übernimmt. Klären Sie auch, welche Aufgaben die gebärende Person während der Erholung nicht übernehmen soll. Legen Sie einen kurzen Zeitpunkt für die Abstimmung fest, etwa beim gemeinsamen Frühstück oder am Abend. Dabei können Sie besprechen, was funktioniert und was neu verteilt werden muss.

Wenn Sie allein für das Baby sorgen, überlegen Sie vorab, welche Person Sie bei einer konkreten Aufgabe unterstützen kann. Eine Bitte wie „Können Sie den Einkauf übernehmen?“ ist leichter umzusetzen als eine allgemeine Bitte um Hilfe.

Schlaf und Erholung vorbereiten

Stellen Sie sich darauf ein, dass die Nächte zunächst unterbrochen sind. Der Rhythmus, in dem das Baby schläft und wach ist, entwickelt sich nach und nach. In den ersten Wochen schlafen Eltern häufig weniger und werden öfter geweckt. Eine bestimmte Aufteilung passt nicht zu jeder Familie. Besprechen Sie deshalb, wann eine Person die Betreuung übernimmt, damit die andere tatsächlich ruhen kann.

Bei nächtlichen Mahlzeiten kann die zweite Betreuungsperson beispielsweise Windeln wechseln, das Baby anschließend beruhigen oder morgens eine Weile auf das Baby aufpassen. Entscheidend ist, dass beide wissen, wann sie zuständig sind und wann die andere Person schlafen oder duschen kann.

Richten Sie auch den Schlafplatz sicher ein: Das Baby schläft auf dem Rücken, möglichst im eigenen Bettchen im Elternschlafzimmer. Verwenden Sie eine feste, ebene Matratze und einen Schlafsack. Kissen und Bettdecke gehören nicht ins Babybett.

Termine und Besorgungen ordnen

Tragen Sie wichtige Termine in einen gemeinsamen Kalender ein und legen Sie fest, wer sie organisiert. In Deutschland findet die U2, eine Vorsorgeuntersuchung für Neugeborene, zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag statt. Die U3, die nächste Vorsorgeuntersuchung, ist in der vierten oder fünften Lebenswoche. Wenn die U2 nicht in der Klinik erfolgt, klären Sie früh, wo und wann die Untersuchung stattfinden soll. Denken Sie bei jedem Termin auch an die Anfahrt. Planen Sie außerdem ausreichend Zeit zum Füttern und Wickeln ein.

Richten Sie in den Räumen, in denen Sie das Baby häufig wickeln oder anziehen, einen kleinen Platz ein und legen Sie dort Windeln, Tücher und Wechselkleidung bereit. Für Ausflüge hilft eine Tasche, die nach dem Heimkommen wieder aufgefüllt wird.

Halten Sie Besorgungen überschaubar. Für den Anfang genügt ein kleiner Vorrat an haltbaren Lebensmitteln und Zutaten für unkomplizierte Mahlzeiten. Eine geteilte Einkaufsliste verhindert, dass Sie bei jeder Besorgung neu überlegen müssen, was fehlt.

Hilfe konkret anfragen

Familie und Freundeskreis können entlasten, wenn Sie sagen, welche Hilfe Sie tatsächlich brauchen. Bitten Sie zum Beispiel um eine Mahlzeit oder einen Einkauf. Sie können auch darum bitten, dass jemand ein älteres Kind beschäftigt. So können Sie den Besuch mit einer konkreten Hilfe verbinden, wenn Ihnen das lieber ist. Sie dürfen Besuche auch verschieben oder kurz halten, wenn Sie Ruhe brauchen.

Nach der Geburt braucht der Körper Zeit, um sich zu erholen. Planen Sie deshalb nicht ein, dass die gebärende Person während der Elternzeit den Haushalt nachholt. Hebammen unterstützen bei Fragen zur Säuglingspflege, Ernährung und zum Alltag. Wenn Sie sich stark belastet fühlen, finden Sie vor Ort außerdem offene Treffs, Sprechstunden und weitere Angebote für Familien.

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