Kokon-Verfahren: Wenn eine Trennung friedlich vonstatten gehen soll

Wenn sich ein Paar trennt, ist das meistens für beide Seiten schwer zu ertragen und zudem mit diversen Konflikten verbunden. Sind dann auch noch eins oder mehrere Kinder mit im Spiel, gestaltet sich die Sache noch schwerer, als ohnehin schon. In solchen Fällen kann das Kokon-Verfahren helfen.

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Was ist das Kokon-Verfahren?

Das Wort Kokon setzt sich aus „ko“ für kooperativ und „kon“ für Konfliktlösung zusammen. Es soll also gemeinschaftlich daran gearbeitet werden, die bestehenden Konflikte zu lösen. Dass gerade bei einer Trennung die Gefühle so hoch kochen, dass es schwer sein kann, auf den anderen zuzugehen, ist klar. Das Ende einer glücklichen Partnerschaft, die Tatsache, es nicht „geschafft“ zu haben, ist für die meisten nur schwer zu ertragen. Jedoch gibt es bei vielen Trennungen ja noch eine dritte Partei, nämlich das Kind/die Kinder, und zu deren Wohl sollte man sich darauf einlassen, gemeinsam die Konflikte zu beseitigen. Denn auch, wenn eine Trennung schmerzhaft ist, muss sie noch lange nicht auch schmerzvoll ablaufen. Das Kokon-Verfahren bringt die entzweiten Parteien zusammen und versucht, gemeinsam mit beiden Seiten eine Lösung zu erarbeiten, die für alle Beteiligten akzeptabel ist.

Wenn es nicht vor einem Gericht enden soll

Hat das ehemalige Paar gemeinsame Kinder, passiert es oft, dass die Scheidung und die mit ihr verbundenen Fragen beziehungsweise Problemstellungen bzgl. des Sorgerechts vor dem Richter enden. Dieser soll dann festlegen, wer die Kinder wie oft sehen darf. Um das zu klären, müssen diese oft einige Befragungen über sich ergehen lassen, denn es muss ja erst mal herausgefunden werden, was das Kind selbst möchte und ob eventuell vorgetragene Vorwürfe der Gegenseite tatsächlich der Wahrheit entsprechen. Kann man sich dagegen im Rahmen eines Kokon-Verfahrens auf eine Regelung einigen, bei der beide Parteien annähernd das bekommen, was sie möchten, erspart man dem Kind und auch sich selbst eine Menge Ärger und Stress. Keine Partei muss dabei damit rechnen, übervorteilt zu werden, da bei dieser Methode auch Rechtsanwälte beteiligt sind.

Während es bei einer Verhandlung vor Gericht vor allem um Streit geht, geht es bei dem Kokon-Verfahren darum, eine gemeinsame Mitte und eine gemeinsame Lösung zu finden. Das ist letztlich nicht nur für die beteiligten Ex-Partner angenehmer, sondern auch für das Kind.

Weiterführende Informationen dazu gibt die Webseite www.kokon-verfahren.de. Neben der Problematik eines Beziehungsendes, bei dem Kinder betroffen sind, finden Sie dort detaillierte Informationen zum Ablauf des Verfahren sowie aktuelle News aus diesem Bereich.

Bild: © rico kühnel / PIXELIO

Marianne

Marianne ist leidenschaftliche Mama und Bloggerin und berät online wie offline Familien rund um Erziehung, Ernährung & Partnerschaft. Auf familien-frage.de gibt sie Ihre Geheimnisse preis und bloggt über Alltägliches. Marianne ist außerdem die redaktionelle Leiterin von Familien-Frage.