Moderne Gleitsichtgläser – in jeder Situation gut sehen ohne Brillenwechsel

Gleitsichtgläser sind die konsequente Weiterentwicklung der Bifokalbrillen (Zweistärkenbrillen), besser bekannt als Brillengläser mit Leseecken. Diese Korrektur für zwei unterschiedliche Fehlsichtigkeiten gibt es schon seit rund 250 Jahren. Während es hier aber eine harte – und damit störend sichtbare – Kante zwischen den Bereichen mit verschiedener Brechkraft des Glases gibt, bietet die Gleitsichtbrille einen sanften Übergang und kann damit sogar mehr als nur Ferne und Nähe abdecken. Man spricht deshalb auch von einem Multifokalglas.

Die Bedeutung der Progressionszone

Ein Gleitsichtglas wird individuell für den jeweiligen Sehfehler berechnet. Ein häufiger Anwendungsfall ist Kurzsichtigkeit – man benötigt eine Brille für die Ferne – in Kombination mit Alters(weit)sichtigkeit, bei der das Auge Dinge in der Nähe nicht mehr scharf darstellen kann und deswegen das Lesen schwerfällt. Das obere Drittel des Gleitsichtglases ist so geschliffen, dass es eine Korrektur für die Ferne bietet. Im unteren Drittel ist das Glas für Lese-Entfernungen bis etwa fünfzig Zentimeter optimiert. In der Mitte befindet sich bei hochwertigen Gläsern eine sogenannte Progressionszone für den Bereich zwischen fünfzig Zentimetern und etwa zwei Metern Abstand. Bei der Auswahl des Gestells sollten Sie darauf achten, dass die Gläser groß genug sind, damit für alle drei Schärfezonen genügend Raum bleibt. Diese modernen Brillengläser können inzwischen sogar online bestellt werden. So können Sie sich beispielsweise die Gleitsichtgläser von TOPGLAS selber individuell in einem Konfigurator zusammenstellen.

Viele Anwendungsfälle

Die Zwischenzone erweitert den Einsatzbereich der Gleitsichtbrille erheblich. Denn in der Praxis sehen wir ja nicht nur in die Ferne oder Nähe, sondern eben oft genau in Entfernungen, für die die Progressionszone optimiert ist. Viele Arbeitsplätze erfordern heute einen Blick abwechselnd auf gedruckte Dokumente in kurzer Entfernung und auf einen Bildschirm, der etwa eine Armeslänge entfernt stehen sollte. Ein ständiger Wechsel zwischen Lese- und Bildschirmbrille ist schlichtweg nicht zumutbar, eine falsche Korrektur durch eine Einstärkenbrille ermüdet die Augen und führt zu Kopfschmerzen. Aber auch in einer ganz normalen Gesprächssituation ist es angenehm, sein Gegenübers durch die Progressionszone des Gleitsichtglases in optimaler Schärfe zu sehen. Für den Gesprächspartner wirkt die Gleitsichtbrille übrigens wie eine ganz normale Brille, verrät also nichts über das Alter ihres Trägers.

Der natürlichen Kopfhaltung angepasst

Eine richtig berechnete Gleitsichtbrille erfordert bei manchen Menschen zwar ein wenig Eingewöhnung, aber keine Umgewöhnung hinsichtlich der Sehgewohnheiten. Beim Lesen sind die Augen in der Regel ohnehin nach unten gerichtet, auf einen Computerbildschirm schauen wir durch die Mitte des Brillenglases. Der Effekt lässt sich beim Autofahren gut beobachten: Der Blick geht standardmäßig geradeaus auf die Straße, zum Ablesen der Instrumente dagegen leicht nach unten. Mit einer Gleitsichtbrille ist beides scharf ohne Brillenwechsel.

Bild: Bigstockphoto.com / Goodluz

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