Schwangerschaftswochen: So verändert sich der Körper

Die Schwangerschaftswochen (SSW) beginnen mit dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Deshalb liegen die ersten beiden Wochen meist vor der Befruchtung; nach dieser Zählweise dauert eine Schwangerschaft etwa 40 Wochen.

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Während sich das Kind entwickelt, verändert sich auch der Körper der Schwangeren. Beschwerden und Wachstum verlaufen individuell. Die Angaben sind daher Richtwerte, keine festen Vorgaben.

1. bis 4. SSW: Die Einnistung

Bei der Mutter: Nach der Befruchtung verändert sich der Hormonhaushalt. Spannungsgefühle in der Brust, Müdigkeit, ein Ziehen im Unterleib oder häufiger Harndrang können auftreten. Manche Schwangere bemerken zunächst keine Veränderungen. Solche frühen Anzeichen haben auch andere mögliche Ursachen.

Beim Kind: Die befruchtete Eizelle teilt sich und wandert zur Gebärmutter. Dort nistet sie sich ein. Fruchtblase und Fruchtwasser entwickeln sich. Auch die Plazenta entsteht. Sie versorgt das Kind später.

5. bis 12. SSW: Die ersten Organe

Bei der Mutter: Von außen ist die Schwangerschaft meist noch kaum zu erkennen. Die Brüste können empfindlicher werden, und die wachsende Gebärmutter kann auf die Blase drücken. Übelkeit und Müdigkeit sind in dieser frühen Phase verbreitet, treten aber nicht bei allen auf. Wenn Sie sich wegen Beschwerden Sorgen machen, besprechen Sie sie mit Ihrer Hebamme oder ärztlichen Praxis.

Beim Kind: Herz, Gehirn, Rückenmark, Arme und Beine entwickeln sich. Das frühe Herz beginnt zu schlagen, Gesichtszüge werden erkennbarer. Arme und Beine bewegen sich bereits, auch wenn die Schwangere diese Bewegungen noch nicht spürt. Ab etwa der neunten Woche nach der Befruchtung heißt das Kind Fötus. Diese Angabe ist nicht gleichbedeutend mit der 9. SSW, denn die SSW-Zählung beginnt früher.

13. bis 20. SSW: Der Bauch wächst

Bei der Mutter: Die Gebärmutter wächst aus dem Becken heraus, und bei vielen Schwangeren wird der Bauch sichtbar. Bauch-, Rücken- und Beckenbodenmuskulatur werden stärker beansprucht. Erste Kindsbewegungen können zwischen der 17. und 20. SSW spürbar werden. Der Zeitpunkt ist individuell, deshalb ist es in dieser Phase nicht ungewöhnlich, noch nichts zu bemerken.

Beim Kind: Die Bewegungen werden koordinierter, und Knochengewebe entsteht. Haut, Nägel und feine Körperhaare entwickeln sich ebenfalls weiter. Das Kind übt unter anderem das Saugen am Daumen. Am Ende der 16. SSW beträgt die Scheitel-Steiß-Länge, also die Länge vom Kopf bis zum Gesäß, ungefähr 14 Zentimeter. Das Gewicht liegt als grober Richtwert bei etwa 200 Gramm.

21. bis 28. SSW: Bewegungen werden kräftiger

Bei der Mutter: Die Gebärmutter reicht etwa bis zum Nabel. Viele Schwangere nehmen Tritte und Bewegungen nun deutlicher wahr. Mit wachsendem Bauch fällt manchen Schwangeren Bewegung und Schlafen schwerer. Wenn Sie Veränderungen bei den Bewegungen Ihres Kindes bemerken, die Sie beunruhigen, wenden Sie sich an Ihre Hebamme oder ärztliche Praxis.

Beim Kind: Das Skelett und die Verdauung entwickeln sich weiter, die Lunge ist aber noch nicht ausgereift. Die Augenlider öffnen sich; zugleich reagiert das Kind auf Geräusche und legt Fettgewebe an. Die gemessene Größe und das Gewicht hängen von der Schwangerschaftswoche und der Messung ab. Für das Ende der 24. SSW gelten etwa 30 Zentimeter und 600 bis 800 Gramm als grobe Orientierung.

29. bis 36. SSW: Mehr Druck im Bauch

Bei der Mutter: Der größere Bauch macht Bewegung und Schlafen schwieriger. Die Gebärmutter zieht sich manchmal kurz und unregelmäßig zusammen. Die Brust bereitet sich auf die Milchbildung vor; bei manchen tritt Vormilch aus. Rückenschmerzen oder Kurzatmigkeit kommen ebenfalls vor. Lassen Sie häufige oder anhaltende Kontraktionen von Ihrer Hebamme oder ärztlichen Praxis abklären.

Beim Kind: Das Kind nimmt weiter an Gewicht zu und reagiert auf Licht, während seine Lunge reift. Viele Kinder drehen sich in dieser Zeit mit dem Kopf nach unten. Wenn das Kind tiefer ins Becken rutscht, kann das Atmen leichter werden; zugleich steigt oft der Druck auf die Blase. Die Lage lässt sich bei den Vorsorgeterminen prüfen.

37. bis 40. SSW: Die Geburt rückt näher

Bei der Mutter: Vorwehen können weiter auftreten. Eröffnungswehen werden regelmäßiger, dauern länger und werden schmerzhafter. Wenn Sie unsicher sind, ob die Geburt begonnen hat, holen Sie sich Rat bei Ihrer Hebamme oder im Kreißsaal.

Beim Kind: Das Kind reift weiter und übt unter anderem den Saugreflex. Bei der Geburt sind viele Kinder ungefähr 48 bis 54 Zentimeter groß. Die Größe ist nur ein Richtwert. Aus der Entwicklung oder Größe allein lässt sich der Beginn der Geburt nicht vorhersagen.

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