Schwimmwindeln nicht nur für Planschbecken und Hallenbad

Dass öffentliche Schwimmbäder Windeln vorschreiben, versteht sich wohl von selbst. Kein Badegast hat Lust, durch irgendwelche Hinterlassenschaften zu schwimmen. Beim eigenen Planschbecken im Garten kann man das natürlich anders sehen, aber auch hier sehe ich nicht ein, das Wasser aus hygienischen Gründen nach jedem „Unfall“ komplett tauschen zu müssen. Wie ist das mit Strand und Badeseen? Ich habe auch hier die Schwimmwindeln dabei.

Falsche Vorstellungen über die Funktion

Schwimmwindeln, die es übrigens mit sehr hübschen Motiven gibt und damit der Bademode für größere Kinder und Erwachsene in nichts nachstehen, erfordern einige Kompromisse. So haben sie beispielsweise nur einen sehr kleinen Saugkern. Das bedeutet, dass die Windel für das „kleine Geschäft“ nahezu keine Wirkung hat. Die Schwimmwindel ist deshalb kein Ersatz für eine normale Windel und sollte auch erst unmittelbar vor dem Gang ins Wasser bzw. beim Spielen am Beckenrand angezogen werden. Sonst riskierst du Nässe an unerwünschter Stelle, und die kommt eben nicht vom Badewasser.

Warum wird die Schwimmwindel überhaupt so „fehlerhaft“ konstruiert? Du kannst ja mal spaßeshalber eine normale Windel ins Wasser tauchen und fühlen, wie schwer sie mit der ganzen aufgesaugten Flüssigkeit ist. Trägt dein Baby so eine Windel im Wasser, würde es wie ein Stein untergehen. Und wenn man die Windel einfach so dicht macht, dass kein Wasser von außen eindringen kann? Funktioniert auch nicht. Erstens wird die Windel nie vollständig abdichten, und wenn doch, dann würde sich darin eine Luftblase bilden, die dein Kind im Wasser vornüberkippen lässt – mit dem Kopf unter Wasser. Zuletzt angezogen, zuerst wieder runter damit – die Schwimmwindel solltest du gleich nach dem Baden wieder ausziehen, denn sonst droht durch die Nässe eine Blasenentzündung. Du behältst vermutlich ja auch selbst keine nassen Schwimmsachen an.

Die Sache mit dem Überdruck

In vielen Foren wird berichtet, dass Babys im tieferen Wasser ohnehin kein (großes) Geschäft verrichten. Der Wasserdruck von außen sei zu hoch, und auch die in der Regel geringere Wassertemperatur spielt dafür eine Rolle. Statistisch mag das stimmen, aber ich will mich nicht darauf verlassen. Auch wenn sich ein wenig Aa in der Nordsee gut verteilt, möchte ich andere Strandurlauber nicht damit konfrontieren. Aber das darfst du natürlich selbst entscheiden.

Argumente gegen das übertriebene Windeltragen sind der Müllberg und die Kosten. Damit habe ich kein Problem, denn bei Schwimmwindeln bin ich eindeutig Anhänger von Mehrweg-Produkten. Sie sehen gut aus (siehe mein Hinweis oben), du kannst sie mit gutem Gewissen kaufen, und es geht auch dann nicht ins Geld, wenn ihr an einem Badetag mehrfach ins Wasser geht. Auswaschen funktioniert bei Wegwerfwindeln nämlich eher schlecht als recht, und den ganzen Tag dieselbe Windel zu tragen finde ich nun wirklich unzumutbar. Am besten komme ich zurecht mit seitlichen Druckknöpfen, wobei ich zwischen mehreren Windeln wechsle – die nicht in Gebrauch sind, trocknen nach dem Auswaschen.

familien-frage.de