Warum schreit mein Baby nachts? Das sind die häufigsten Gründe

„Schlaf, Kindchen, schlaf …“ – Ja, wenn es so einfach wäre – einfach ein Schlaflied singen, und schon hast du dein Kind ins Land der Träume geschickt. Bei meinen beiden war das leider nicht so, oder zumindest war der Erfolg nur von begrenzter Dauer. Nun ist das weder eine Besonderheit noch ein Grund, an seinen Fähigkeiten als Mutter oder Vater zu zweifeln. Fast jedes Baby schreit nachts.

Die häufigsten Ursachen

Ich gehe davon aus, dass du die gängigen Gründe für nächtliches Aufwachen und Schreien schon selbst abgecheckt hast. Dein Kind ist satt, hat eine saubere Windel, ihm ist weder zu heiß noch zu kalt. Bei starkem Saugreflex bekommt es einen Schnuller (aber bitte nur bis zum sechsten Lebensmonat, damit kein Problem für den Kiefer daraus wird).

Dann gibt es noch medizinische Gründe, gegen die man nur beschränkt etwas unternehmen kann. Zähnekriegen ist notwendig, aber nicht angenehm. Bauchweh durch Blähungen oder Koliken ist dagegen nicht notwendig, aber leider recht häufig. Gelegentliche Blähungen kann man durch Klopfen auf den Rücken oder Bewegungen der Beine wie beim Fahrradfahren wegbekommen.
Regelmäßige Beschwerden nach dem Essen sollten behandelt werden. Es gibt zwar frei verkäufliche Mittel, die im Wesentlichen aus Natron und einigen Kräutern bestehen. Ich würde aber trotzdem den Kinderarzt fragen, allein schon, um auszuschließen, dass eine ernste Ursache dahintersteckt. Vielleicht sind es ja auch gar keine Magenbeschwerden, sondern es fehlt nur ein gutes Bäuerchen nach dem Füttern.

An diese Gründe hast du vielleicht nicht gedacht

Eine ganz dumme Situation entsteht, wenn Babys wegen Übermüdung nicht einschlafen können. Klingt paradox, ist aber gar nicht so selten. Ein Patentrezept gibt es nicht. Oft hilft das „begleitete Einschlafen“ (Parentel Presence), entweder im Kinderbett oder im Tragetuch. Die Methode, das Kind einfach schreien zu lassen und alle paar Minuten ins Zimmer zurückzukommen (Ping-Pong-Prinzip), ist zumindest umstritten, und ehrlich gesagt halte ich das auch nicht konsequent durch.

Es gibt aber auch den umgekehrten Fall: Dein Kind ist nicht müde und hat Langeweile. Schlafbedürfnis ist halt unterschiedlich – lass dir da nichts einreden. Nach meiner Erfahrung hat es gereicht, noch eine gute Viertelstunde zu spielen, dann stellt sich schon Müdigkeit ein. Nur bitte außerhalb des Betts, denn das Bett ist kein Spielplatz.
Du findest den Grund nicht, warum dein Baby schreit? Kinder sind noch wählerischer als Katzen und können ihre Wünsche genau wie die Vierbeiner nicht in Worte kleiden. Vielleicht war die Halteposition nicht richtig, oder das Schaukeln hat nicht bis in die erste Tiefschlafphase gedauert. Das Fläschchen hat nicht die Idealtemperatur, der Sauger war „irgendwie falsch“. Gibt es einen Zusammenhang zwischen einem bestimmten Strampler und dem nächtlichen Geschrei? Dann stört vielleicht ein nicht herausgeschnittenes Etikett, oder der Stoff selbst kratzt. Und auch wenn es wie ein Ammenmärchen klingt: Schon ein fest um den Finger gewickeltes Haar stört die Blutzufuhr und kann Schreien hervorrufen. Die Ärzte haben sogar einen Namen dafür: Haartourniquet.

Bild: Bigstockphoto.com / Rafael Ben Ari

Marianne

Marianne ist leidenschaftliche Mama und Bloggerin und berät online wie offline Familien rund um Erziehung, Ernährung & Partnerschaft. Auf familien-frage.de gibt sie Ihre Geheimnisse preis und bloggt über Alltägliches. Marianne ist außerdem die redaktionelle Leiterin von Familien-Frage.