Beckenboden nach der Geburt stärken

Der Beckenboden trägt Blase, Gebärmutter und Darm. Während der Schwangerschaft hält er viel Gewicht. Nach der Geburt ist er geschwächt. Viele Frauen merken das erst im Alltag, wenn bei Husten oder Lachen Urin abgeht oder ein Druckgefühl im Unterleib entsteht. Gezielte Übungen bauen die Muskeln wieder auf. Rückbildung ist wichtig für die Gesundheit, nicht für die Eitelkeit. Sie beginnt sanft in den ersten Wochen nach der Geburt.

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Warum Rückbildung den Beckenboden schützt

Der Beckenboden ist eine Schicht aus Muskeln und Bindegewebe. Sie schließt den unteren Bauchraum ab. Während der Schwangerschaft dehnt das wachsende Kind diese Schicht stark. Bei der Geburt kommt es zusätzlich zu Überdehnung und manchmal zu Verletzungen. Wenn diese Muskeln nicht trainiert werden, bleiben sie schwach. Mögliche Folgen sind ein schwacher Harnstrahl, Urinverlust oder langfristig eine Senkung von Blase, Gebärmutter oder Darm.

Eine erfahrene Hebamme sagt: „Neun Monate lang ist der Bauch gewachsen. Neun Monate braucht er, bis er wieder so aussieht wie vorher. Wenn überhaupt. Denn jedes Kind hinterlässt Spuren." Eine vollständige Rückbildung in den Zustand vor der Schwangerschaft ist nicht garantiert. Das Ziel ist ein funktionierender Beckenboden, der im Alltag zuverlässig hält, nicht ein perfekter Bauch.

Sanfte Beckenbodenübungen für die ersten Wochen

In den ersten sechs Wochen nach der Geburt geht es um behutsames Aktivieren, nicht um Kräftigen. Ihr Körper heilt in dieser Zeit. Zu frühe oder zu intensive Übungen können mehr schaden als nutzen. Beginnen Sie erst, wenn Sie sich körperlich bereit fühlen. Hören Sie sofort auf, wenn Sie Schmerzen spüren.

Eine einfache Übung für den Anfang: Legen Sie sich auf den Rücken, die Knie sind aufgestellt, die Füße stehen auf dem Boden. Atmen Sie ruhig ein. Beim Ausatmen ziehen Sie den Beckenboden sanft nach innen und oben, als würden Sie einen Harnstrahl anhalten. Halten Sie die Spannung für einige Sekunden und lassen Sie dann bewusst wieder los. Wiederholen Sie das einige Male, aber ohne Hektik. Diese Übung können Sie auch im Sitzen oder Stehen machen, sobald Sie sich sicher fühlen.

Wichtig: Erzeugen Sie die Spannung nicht mit den Gesäßmuskeln oder der Bauchmuskulatur. Der Beckenboden arbeitet unabhängig davon. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie die richtige Muskulatur anspannen, fragen Sie Ihre Hebamme oder eine Physiotherapeutin, die sich auf Beckenbodentraining spezialisiert hat. Sie kann Ihnen zeigen, wie es sich anfühlt, und kontrollieren, ob Sie es richtig machen.

Warnsignale: Wann Sie zum Arzt sollten

Nicht jede Beschwerde ist normal. Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn Sie in den Wochen nach der Geburt eines dieser Zeichen bemerken: starke Schmerzen im Unterleib oder im Rücken, die nicht nachlassen, Blutungen, die wieder stärker werden, Fieber oder ein unangenehmer Geruch aus dem Wochenfluss. Auch wenn Sie das Gefühl haben, dass etwas aus der Scheide herausragt, oder wenn Sie Urin nicht halten können und keine Besserung eintritt, gehört das in ärztliche Hände.

Ein weiteres Warnsignal sind Probleme beim Wasserlassen, etwa ein schwacher Strahl oder das Gefühl, die Blase nicht ganz entleeren zu können. Das kann auf eine Senkung hindeuten. Zögern Sie nicht, diese Beschwerden anzusprechen. Viele Frauen schämen sich, aber Ärztinnen und Ärzte kennen diese Probleme gut und können helfen.

Bewegung im Wochenbett

Im Wochenbett, also in den ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt, ist der Körper mit Heilung beschäftigt. Der Chefarzt einer Klinik erklärte einer Patientin, dass man sich in dieser Zeit wenig bewegt und deshalb ein erhöhtes Thromboserisiko besteht. Er empfahl tägliche Thrombosespritzen. Zu wenig Bewegung ist auch nicht gut. Sie müssen nicht im Bett liegen bleiben, aber Sie sollten es langsam angehen.

Spazierengehen bringt den Kreislauf in Schwung, ohne den Beckenboden zu überlasten. Beginnen Sie mit kurzen Runden und steigern Sie die Dauer allmählich. Achten Sie darauf, dass Sie sich dabei wohlfühlen und keine Schmerzen entstehen. Manche Frauen bevorzugen sanfte Bewegung, weil sie ihnen hilft, mit Stress umzugehen und seelisch guttut. Das ist ein guter Grund, sich zu bewegen, solange Sie auf die Signale Ihres Körpers achten.

Beckenbodenübungen im Alltag mit Baby

Der größte Stolperstein ist nicht die Übung selbst, sondern die Zeit dafür. Viele Mütter berichten, dass Übungen ohne Baby schwierig sind, weil das Baby protestiert, sobald es abgelegt wird. Die Lösung ist, die Übungen in den Alltag einzubauen, statt extra Zeit dafür zu reservieren.

Sie können den Beckenboden anspannen, während Sie Ihr Baby auf dem Arm tragen, beim Füttern im Sitzen oder beim Stillen. Auch beim Wickeln auf dem Boden können Sie im Vierfüßlerstand den Beckenboden aktivieren. Wenn Sie Ihr Baby in der Trage haben und spazieren gehen, nutzen Sie die Gelegenheit für einige Anspannungen. Das Schöne an Beckenbodenübungen ist, dass niemand sieht, dass Sie sie machen. Sie können sie unauffällig in jede Alltagssituation einbauen.

Wenn Sie doch einmal gezielt üben möchten, suchen Sie sich einen Moment, in dem das Baby schläft oder zufrieden spielt. Legen Sie sich auf eine Decke auf den Boden und machen Sie Ihre Übungen in Ruhe. Es muss nicht lange dauern. Zehn Minuten reichen, wenn Sie regelmäßig üben.

Wann der Rückbildungskurs beginnt

Die meisten Rückbildungskurse beginnen etwa sechs bis acht Wochen nach der Geburt, bei einem Kaiserschnitt oft etwas später. Ihre Hebamme oder Ihre Frauenärztin kann Ihnen sagen, wann der richtige Zeitpunkt für Sie ist. In Deutschland übernimmt die Krankenkasse in der Regel die Kosten für einen Rückbildungskurs. Fragen Sie bei Ihrer Kasse nach, welche Kurse anerkannt sind.

Der Kurs hat einen doppelten Nutzen: Sie lernen unter Anleitung die richtigen Übungen, und Sie treffen andere Mütter, die in derselben Situation sind. Der Austausch kann helfen, Unsicherheiten abzubauen und sich mit den eigenen Beschwerden nicht allein zu fühlen.

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