Baden, Wickeln und Cremen bestimmen in den ersten Monaten den Alltag. Viele Eltern sind unsicher, wie oft das nötig ist und welche Produkte das Baby braucht. Die Antwort: Weniger ist meist mehr. Die Haut eines Neugeborenen ist dünner und empfindlicher als die eines Erwachsenen; sie braucht Schutz und milde Reinigung. Mit wenigen Handgriffen und milden Produkten gelingt die Pflege sicher.
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Was Babyhaut in den ersten Wochen braucht
Die Haut eines Neugeborenen ist noch nicht vollständig ausgereift. Sie verliert schneller Feuchtigkeit und reagiert empfindlicher auf Reize als Erwachsenenhaut. Deshalb gilt in den ersten Lebenswochen: Verwenden Sie möglichst wenig Produkte und reinigen Sie die Haut nur so oft, wie es nötig ist. Zum Waschen reicht in den ersten Wochen meist warmes Wasser. Seife, Duschgel oder Lotion braucht ein gesundes Baby nicht täglich. Wenn Sie Produkte verwenden, wählen Sie solche ohne Duftstoffe, Farbstoffe und Alkohol. Eine kurze Inhaltsstoffliste ist ein gutes Zeichen.
Baden: Wie oft und wie warm
Ein Neugeborenes müssen Sie nicht täglich baden. Zwei bis drei Bäder pro Woche reichen völlig aus. Dazwischen genügt es, Gesicht, Hände und Windelbereich mit einem weichen Waschlappen und warmem Wasser zu waschen. Der Nabelstumpf sollte beim Baden möglichst trocken bleiben, bis er abgefallen ist. Viele Kinderärzte empfehlen in den ersten Tagen nur das Waschen am Waschbecken.
Das Badewasser sollte körperwarm sein. Sie können die Temperatur mit einem Thermometer prüfen oder mit dem Ellenbogen testen. Das Wasser fühlt sich dann angenehm warm an, nicht heiß. Füllen Sie erst kaltes, dann heißes Wasser ein und rühren Sie gut um. Das Bad dauert fünf bis zehn Minuten, länger braucht ein Baby nicht. Stützen Sie Kopf und Nacken mit einer Hand, während Sie das Baby mit der anderen waschen. Lassen Sie ein Baby niemals allein im Wasser, auch nicht für einen Moment.
Nach dem Bad wickeln Sie das Baby in ein warmes Handtuch und tupfen die Haut trocken. Reiben Sie nicht, das strapaziert die empfindliche Haut. Besonders gründlich trocknen Sie die Falten an Hals, Achseln und in der Leiste, dort sammelt sich gern Feuchtigkeit.
Wickeln: Schritt für Schritt
Der Windelbereich braucht die häufigste Pflege, denn er ist ständig Feuchtigkeit und Reibung ausgesetzt. Wechseln Sie die Windel, sobald sie nass oder voll ist, im Schnitt alle zwei bis drei Stunden. Bei jedem Wechsel reinigen Sie den Po gründlich, auch wenn die Windel nur nass ist.
Zur Reinigung genügen warmes Wasser und weiche Waschlappen oder Wattepads. Bei Mädchen wischen Sie immer von vorne nach hinten, also vom Bauch zum Rücken, damit keine Darmbakterien in den Genitalbereich gelangen. Bei Jungen reinigen Sie vorsichtig unter den Hoden, ohne die Vorhaut zurückzuschieben. Feuchttücher sind praktisch, wählen Sie aber solche ohne Duftstoffe und Alkohol, wenn Sie sie verwenden.
Nach der Reinigung tupfen Sie den Po trocken und lassen die Haut kurz an der Luft trocknen. Eine dünne Schicht Wundschutzcreme mit Zinkoxid schützt vor Wundsein, sie bildet eine Barriere zwischen Haut und Feuchtigkeit. Ist die Haut gesund und trocken, braucht es nicht bei jedem Wechsel Creme. Regelmäßige Luftphasen ohne Windel, zum Beispiel auf einer abwaschbaren Unterlage, beugen wundem Po vor.
Cremen: Wann und womit
Gesunde Babyhaut braucht keine tägliche Grundcreme. Cremen Sie nur dort, wo die Haut trocken ist oder wo Sie einen Schutz brauchen, etwa im Windelbereich. Nach dem Baden ist ein guter Zeitpunkt, um trockene Stellen an Beinen, Armen oder Wangen einzucremen. Verwenden Sie eine milde Pflege ohne Duftstoffe, die speziell für Babys gedacht ist. Eine kleine Menge reicht, die Haut soll die Creme aufnehmen können, nicht darin schwimmen.
Bei trockener Haut oder im Winter darf die Creme etwas reichhaltiger sein. Beobachten Sie, wie die Haut reagiert. Rötungen, die nach dem Eincremen auftreten oder schlimmer werden, deuten darauf hin, dass das Produkt nicht passt. Dann setzen Sie es ab und probieren eine andere, möglichst einfache Creme. Auch beim sogenannten Milchschorf, den viele Babys in den ersten Monaten bekommen, hilft in leichten Fällen eine sanfte Pflege. Bei starkem Befall oder Entzündungen sollten Sie den Kinderarzt fragen.
Eine einfache Routine für den Alltag
Sie brauchen keine aufwendige Pflegeroutine, um Ihr Baby gut zu versorgen. Ein fester Ablauf gibt Ihnen Sicherheit und dem Baby Struktur. Am Morgen reicht es, Gesicht und Hände mit einem feuchten Waschlappen zu reinigen. Tagsüber wechseln Sie die Windel nach Bedarf und reinigen den Po bei jedem Wechsel. Zwei bis drei Abende pro Woche gehören dem Bad. Sie können es ruhig in das Zubettgehen einbauen, viele Babys beruhigt das warme Wasser.
Halten Sie die Pflegeutensilien griffbereit, aber überschaubar: ein paar Waschlappen, Windeln, Wundschutzcreme und eine milde Babycreme. Mehr braucht es am Anfang nicht. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Produkt geeignet ist oder ob eine Hautstelle normal aussieht, fragen Sie bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung den Kinderarzt oder die Kinderärztin. Er oder sie kennt Ihr Kind und kann einschätzen, was nötig ist.
Wann Sie ärztlichen Rat suchen
Manche Hauterscheinungen gehören zum normalen Babyalltag, andere brauchen eine Abklärung. Ein wunder Po, der trotz regelmäßigem Wechseln und Zinkcreme nicht besser wird, sollte ein Arzt sehen. Das gilt auch für Hautstellen, die nässen, bluten oder sich entzünden. Fieber, ein plötzlich auftretender Ausschlag, der sich ausbreitet, oder Bläschen auf der Haut sind Gründe, zeitnah ärztlichen Rat einzuholen. Vertrauen Sie Ihrem Eindruck: Wenn Ihnen etwas an der Haut oder am Verhalten Ihres Babys ungewöhnlich vorkommt, fragen Sie lieber einmal zu viel als zu wenig.
