Erstausstattung fürs Baby: Kosten und Planung

Zur Erstausstattung fürs Baby gehören Schlafplatz, Kleidung, Windeln, Pflegeartikel und je nach Alltag Kindersitz oder Kinderwagen. Die Kosten schwanken stark, weil Familien unterschiedlich viel schon besitzen, andere Prioritäten setzen und manches gebraucht oder geschenkt bekommen. Eine pauschale Summe gibt es nicht.

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Sinnvoller ist ein kleines Startpaket, das Sicherheit und Alltagstauglichkeit abdeckt. Trennen Sie klar zwischen dem, was vor der Geburt nötig ist, und dem, was später entschieden werden kann.

Was die Kostenrechnungen zeigen

Zwei aktuelle Schätzungen liegen weit auseinander. Die genauen Summen hängen von der Quelle und vom Warenkorb ab, also von der Liste der eingekauften Artikel. Die Zahlen sind nicht direkt vergleichbar, weil die Warenkörbe unterschiedlich zusammengesetzt sind: Die Sparkasse rechnet mit einer breiten Auswahl, C&A mit 15 Standardartikeln pro Kategorie. Beide Quellen betonen: Marken, Umfang und Mengen verändern die Summe stark.

Aus diesen Schätzungen können Sie keine verbindliche Durchschnittszahl ableiten. Sie zeigen aber, wo die großen Posten liegen. Nach der C&A-Aufstellung entfallen rund 60 Prozent der Kosten auf Mobilität sowie Schlafen und Möbel, etwa 20 Prozent auf Kleidung und Textilien, 11 Prozent auf Pflege und Hygiene und 9 Prozent auf Füttern und Stillen. Diese Anteile sind eine Orientierung, keine allgemeingültige Haushaltsstatistik.

Für Ihre Planung heißt das: Rechnen Sie mit einem vierstelligen Betrag, wenn Sie alles neu kaufen, und prüfen Sie, wo Sie vorhandene Sachen, Geschenke oder Gebrauchtkäufe einrechnen können. Den größten Einfluss auf die Kosten haben Kinderwagen, Kindersitz, Bett und Möbel.

Was vor der Geburt nötig ist

Ein sicherer Schlafplatz steht an erster Stelle. Das Baby sollte in den ersten Monaten im eigenen Bett im Elternschlafzimmer schlafen, auf dem Rücken, auf einer festen, ebenen Matratze und in einem Schlafsack statt unter einer Bettdecke. Kissen, Bettumrandungen und Kuscheltiere gehören nicht ins Bett. Diese Empfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigen: Ein aufwendig eingerichtetes Babyzimmer brauchen Sie nicht. Ein einfaches Beistellbett oder ein Gitterbett mit passender Matratze genügt.

Fürs Wickeln brauchen Sie keine eigene Kommode. Eine sichere Fläche, auf der das Baby nicht herunterrollen kann, reicht; viele Familien wickeln auf dem Bett oder auf einer Wickelauflage am Boden. Wichtig ist, dass Sie alles Nötige griffbereit haben: Windeln, Waschlappen oder Feuchttücher und eine Creme gegen wunde Haut.

Bei der Kleidung gilt: klein anfangen. Drei bis vier Bodys und Strampler in Größe 50/56 sind als Start ausreichend, dazu ein paar Söckchen, Mützchen und eine Jacke für unterwegs. Neugeborene wachsen schnell aus der Anfangsgröße heraus, und Herstellergrößen fallen unterschiedlich aus. Kleidung wird außerdem oft geschenkt, sodass Sie nach der Geburt leicht nachkaufen können.

Für den Transport brauchen Sie einen passenden Kindersitz, wenn Sie das Baby im Auto fahren. Ob zusätzlich ein Kinderwagen, eine Tragehilfe oder beides sinnvoll ist, hängt von Ihrem Wohnort und Alltag ab. Wer viel zu Fuß unterwegs ist, nutzt den Kinderwagen häufiger; wer kurze Wege hat oder viel trägt, kommt mit einer Tragehilfe aus. Probieren Sie beides aus, bevor Sie sich entscheiden.

Was später entschieden werden kann

Ein eigenes Babyzimmer ist für einen Säugling nicht nötig. Solange das Baby im Elternschlafzimmer schläft, können Sie das Zimmer später einrichten, wenn das Kind älter ist und mehr Platz braucht. Auch ein Babyphone ist nur dann sinnvoll, wenn Eltern- und Kinderschlafzimmer getrennt liegen; wer im selben Raum schläft, braucht es nicht.

Eine spezielle Wickeltasche ist verzichtbar, eine normale Tasche oder ein Rucksack tut es auch. Spielzeug und Kleidung ab Größe 68 müssen Sie nicht vorab kaufen, ebenso wenig Komfortartikel wie eine zusätzliche Decke, eine Wiege, ein Nachtlicht oder spezielle Badelösungen. Diese Dinge lassen sich nach der Geburt nachrüsten, wenn Sie merken, dass Sie sie wirklich nutzen.

So sparen Sie ohne Sicherheitsrisiko

Am meisten sparen Sie beim Gebrauchtkauf. Kleidung, Kinderwagen, Möbel und Wickelauflagen bekommen Sie auf Flohmärkten, in Online-Kleinanzeigen oder aus dem Freundes- und Familienkreis oft für einen Bruchteil des Neupreises. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob alles vollständig und unbeschädigt ist und ob sich die Teile leicht reinigen lassen.

Eine Ausnahme gilt für den Kindersitz. Ein gebrauchter Sitz ist nur dann eine gute Wahl, wenn Sie die Vorgeschichte kennen. Ein Sitz, der in einen Unfall verwickelt war, darf nicht mehr verwendet werden, auch wenn er äußerlich intakt aussieht. Kaufen Sie Kindersitze daher am besten neu oder nur von Personen, die Ihnen die Unfallfreiheit glaubhaft bestätigen können.

Kaufen Sie in Etappen. Legen Sie sich vor der Geburt nur die Grundausstattung zu und entscheiden Sie den Rest nach dem tatsächlichen Bedarf. So vermeiden Sie, dass Sie Dinge doppelt kaufen, weil Sie noch nicht wissen, welche Marke oder welches Modell Ihnen im Alltag gefällt. Eine Tragehilfe zum Beispiel lässt sich erst mit dem Baby wirklich beurteilen.

Stimmen Sie Geschenkwünsche mit der Familie ab. Wenn Verwandte fragen, was sie beisteuern können, nennen Sie konkrete Dinge von Ihrer Liste. So verhindern Sie, dass Sie dreimal dieselbe Decke geschenkt bekommen und selbst noch einmal einkaufen.

Typische Budgetfallen

Die häufigste Falle ist, Checklisten als Pflichtprogramm zu lesen. Die Listen in Ratgebern unterscheiden sich stark in Umfang und Stückzahlen; sie sind Empfehlungen, kein verbindlicher Warenkorb. Wer jede Liste abarbeitet, kauft am Ende vieles, das ungenutzt bleibt.

Dazu gehört auch der Kauf zu vieler Teile in kleinen Größen. Bodys in Größe 50/56 sind nach wenigen Wochen zu klein, und weil Hersteller unterschiedlich schneiden, passt nicht jede Marke gleich. Kaufen Sie von der Anfangsgröße nur das Nötigste und ergänzen Sie nach Bedarf.

Ein komplettes Kinderzimmer vorab einzurichten ist ebenfalls unnötig. Der Säugling braucht einen sicheren Schlafplatz und eine praktikable Wickelmöglichkeit, aber kein vollständig möbliertes Zimmer. Die Ersparnis können Sie in einen besseren Kinderwagen oder eine hochwertigere Matratze stecken.

Achten Sie außerdem darauf, Rabatte nicht mit Bedarf zu verwechseln. Ein reduzierter Preis ist nur dann ein Sparvorteil, wenn Sie die Artikel ohnehin benötigen. Wer wegen des reduzierten Preises zusätzliche Dinge kauft, gibt am Ende mehr aus, nicht weniger.

Planung in drei Spalten

Eine praktische Methode ist eine Liste mit drei Spalten: vor der Geburt nötig, zunächst leihen oder gebraucht suchen, erst später entscheiden. In die erste Spalte gehören Schlafplatz, Kleidung, Windeln, Pflegeartikel und der Kindersitz. In die zweite Spalte kommen Dinge, die Sie sich von Freunden oder Verwandten ausleihen können, etwa ein Kinderwagen für die ersten Wochen oder Möbel, die Sie später ersetzen. In die dritte Spalte gehören alle Extras, deren Bedarf sich erst nach der Geburt zeigt.

Beginnen Sie mit der Planung etwa ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat. Größere Anschaffungen wie Bett oder Kinderwagen haben teils längere Lieferzeiten, daher lohnt es sich, früh zu bestellen oder gebraucht zu suchen. Spätestens ab der 35. Schwangerschaftswoche sollten Schlafplatz und Wickelmöglichkeit stehen, damit Sie nicht kurz vor der Geburt noch hektisch einkaufen müssen.

Hilfe bei knappen Mitteln

Wenn das Geld knapp ist, gibt es staatliche Unterstützung. Die Bundesstiftung Mutter und Kind kann unter anderem die Erstausstattung fördern. Den Antrag stellen Sie persönlich bei einer Schwangerschaftsberatungsstelle, und zwar während der Schwangerschaft. Ob und in welcher Höhe Sie Hilfe erhalten, hängt vom Einzelfall ab; eine feste Zuschusshöhe gibt es nicht. Die Stiftungshilfen werden nicht auf gesetzliche Leistungen wie Bürgergeld oder Sozialhilfe angerechnet.

Suchen Sie die Beratungsstelle früh auf, am besten im ersten Schwangerschaftsdrittel. Die Beraterinnen und Berater kennen auch weitere regionale Hilfsangebote, etwa Kleiderkammern oder Gebrauchtläden für Babyausstattung.

familien-frage.de