Wenn Ihr Baby die Brust zunächst nicht gut fasst, das Stillen schmerzt oder Sie sich fragen, ob es genug Milch bekommt, sind Sie nicht allein. Sie und Ihr Baby müssen sich erst ans Stillen gewöhnen. Es ist normal, dass Sie es mehrmals versuchen müssen. Ein schwieriger Start bedeutet nicht, dass Sie etwas falsch machen.
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Halten die Schmerzen an oder sorgen Sie sich um die Milchversorgung, sprechen Sie mit Ihrer Hebamme, einer qualifizierten Stillberaterin oder der Kinderarztpraxis. Sie können beobachten, wie Ihr Baby trinkt, und mit Ihnen die nächsten Schritte besprechen.
Was den Stillstart erschweren kann
Manchmal liegt das Baby beim Anlegen nicht nah genug am Körper, sein Kopf ist zur Seite gedreht oder es öffnet den Mund nicht weit genug. Dann erfasst es vor allem die Brustwarze. Das kann Schmerzen verursachen und das Trinken erschweren. Eine Fachperson kann direkt beobachten, wie Ihr Baby an der Brust liegt und saugt.
Wunde Brustwarzen sind ein häufiges Problem. Leichte Empfindlichkeit kann zu Beginn vorkommen, doch starke, anhaltende oder zunehmende Schmerzen müssen Sie nicht aushalten. Lassen Sie das Anlegen prüfen, besonders wenn die Haut verletzt ist oder sich die Beschwerden trotz neuer Position nicht bessern.
Auch ein sehr hungriges oder aufgeregtes Baby findet die Brust manchmal schwerer. Frühe Hungerzeichen sind Unruhe, Suchbewegungen, Schmatzen oder Saugen an der Hand. Schreien kommt oft später. Wenn Ihr Baby schon sehr aufgebracht ist, nehmen Sie es erst ruhig an den Körper und versuchen Sie das Anlegen erneut, sobald es sich beruhigt hat.
In den ersten Tagen bekommt Ihr Baby Kolostrum, die erste Milch, zunächst in kleinen Mengen. Meist steigt die Milchmenge etwa 36 bis 96 Stunden nach der Geburt an. Häufiges Stillen oder sogenanntes Clusterfeeding, also mehrere Stillmahlzeiten dicht hintereinander, kommt in dieser Zeit vor. Wie gut Ihr Baby versorgt ist, lässt sich jedoch nicht allein daran erkennen, wie oft es trinken möchte. Auch Gewichtsentwicklung, nasse Windeln und Wachheit zählen.
Was Sie jetzt versuchen können
Suchen Sie sich eine bequeme Haltung und stützen Sie Ihren Rücken und Ihre Arme ab. Ihr Baby liegt dicht an Ihrem Körper, mit dem Gesicht zur Brust und dem ganzen Körper zu Ihnen gedreht. Ein weit geöffneter Mund, das Kinn an der Brust und nach außen gestülpte Lippen sind Anzeichen dafür, dass Ihr Baby die Brust gut im Mund hat. Wenn Sie Schmerzen haben oder unsicher sind, holen Sie sich trotzdem eine persönliche Einschätzung.
Bieten Sie die Brust möglichst bei frühen Hungerzeichen an. Als allgemeine Orientierung gelten in den ersten Wochen häufig acht bis zwölf Stillmahlzeiten innerhalb von 24 Stunden. Der Bedarf Ihres Babys kann davon abweichen. Bei Frühgeburt, Trinkschwäche, Gelbsucht oder auffälliger Gewichtsentwicklung sollte eine Fachperson mit Ihnen besprechen, wie oft Ihr Baby trinken und ob es zum Trinken geweckt werden soll.
Wenn Sie sich fragen, ob Ihr Baby genug bekommt, notieren Sie, wie es trinkt, wie viele nasse Windeln es hat und was bei den Gewichtskontrollen festgestellt wird. Solche Beobachtungen helfen der Hebamme oder der Kinderarztpraxis, die Situation einzuschätzen. Richtwerte für Windeln gelten vor allem für gesunde, reif geborene Babys und müssen zum Alter und zur individuellen Gesundheit passen.
Wann Sie Hilfe holen sollten
Bitten Sie Ihre Hebamme oder eine Stillberaterin um Unterstützung, wenn Ihr Baby die Brust wiederholt nicht erfasst, Sie anhaltende Schmerzen haben oder Ihre Brustwarzen wund sind. Auch bei Unsicherheit über die Milchbildung ist eine gemeinsame Beobachtung einer Stillmahlzeit hilfreich. Sie müssen die Ursache nicht selbst herausfinden.
Wenden Sie sich an die Kinderarztpraxis, wenn Ihr Baby auffällig wenig oder kraftlos trinkt, nicht gut zunimmt oder Sie sich Sorgen um seine Versorgung machen. Wirkt es teilnahmslos oder ist es ungewöhnlich schwer zu wecken, holen Sie unverzüglich ärztliche Hilfe. Bei schweren Notfallzeichen rufen Sie den Notruf.
Lassen Sie eine gerötete, harte und stark schmerzende Stelle an der Brust zeitnah ärztlich untersuchen, wenn Sie zugleich Fieber oder ein grippeähnliches Krankheitsgefühl haben. Dabei wird geprüft, ob eine Entzündung vorliegt und welche Behandlung nötig ist.
Falls medizinisch empfohlen wird, Ihr Baby zusätzlich zu füttern, besprechen Sie mit der Fachperson, wie Sie dabei vorgehen sollen und wie sich das mit Ihren Stillzielen vereinbaren lässt. Zufüttern ist kein persönliches Versagen. Legen Sie gemeinsam fest, wie Ihr Baby genug Nahrung bekommt und wie Sie die Milchbildung weiter anregen können.
