Wenn Ihr Kind beim Abendessen nur wenige Bissen isst, sagt das wenig darüber aus, ob es insgesamt genug bekommt. Der Appetit schwankt. Mehr sagen die Essensmengen über mehrere Tage und die Entwicklung Ihres Kindes aus.
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Feste Essenszeiten, kleine Portionen zu Beginn und ein ruhiger Umgang mit Hunger und Sättigung nehmen den Druck vom Tisch. Sie bestimmen, was und wann es Essen gibt. Ihr Kind entscheidet, ob und wie viel es isst.
Warum Kinder unterschiedlich viel essen
Kinder haben unterschiedlich viel Hunger. Auch bei einem Kind kann die Menge stark schwanken: Manchmal bleibt das Essen fast unberührt, an einem anderen Tag ist der Appetit größer. Manche Kinder holen eine kleine Mahlzeit später am selben oder an einem anderen Tag nach. Deshalb sagt die Essensmenge über eine Woche mehr aus als ein einzelnes Abendessen.
Alter und Bewegung beeinflussen den Appetit. Nach dem ersten Geburtstag wächst ein Kind langsamer als im Säuglingsalter, deshalb kann der Hunger nachlassen. Auch Gesundheit und Stimmung wirken sich auf den Appetit aus. Krankheit, Stress oder Ablenkung verändern, wie viel ein Kind am Tisch isst. Aus einer kleinen Portion allein lässt sich die Ursache nicht ablesen.
Ein verlässlicher Essensrhythmus
Feste Essenszeiten machen den Tag vorhersehbar und helfen Ihrem Kind, zwischen den Mahlzeiten wieder Hunger zu bekommen. Für Kleinkinder gelten drei Hauptmahlzeiten und zwei kleinere Zwischenmahlzeiten als Orientierung. Ein Abstand von etwa zwei bis drei Stunden zwischen den Mahlzeiten ist eine Orientierung, kein starrer Plan für jede Familie und jedes Alter.
Wenn Ihr Kind kurz vor dem Essen oft etwas isst, prüfen Sie, ob die Zwischenmahlzeit zum Familienrhythmus passt. Dazwischen ist Wasser ein geeignetes Getränk. Sie müssen daraus keine strenge Regel machen: Entscheidend ist, dass Essen nicht ständig verfügbar ist und die Mahlzeiten trotzdem in Ihren Alltag passen.
Kleine Portionen anbieten
Geben Sie zunächst eine kleine Portion auf den Teller und bieten Sie Nachschlag an, wenn Ihr Kind noch Hunger hat. Ein voller Teller kann beim Kind den Eindruck wecken, es müsse alles aufessen. Wenn Kinder größere Portionen bekommen, essen sie im Durchschnitt mehr. Das zeigen vor allem kurzfristige Untersuchungen mit älteren Kindern. Daraus lässt sich keine passende Portionsgröße für Ihr Kind ableiten.
Auch beim selbstständigen Schöpfen hilft ein kleiner Anfang. So kann Ihr Kind selbst entscheiden, ob es mehr möchte. Machen Sie einen leeren Teller nicht zum Ziel. Setzen Sie Essen weder als Belohnung noch als Strafe ein. Auch als Verhandlungsmittel sollten Sie es nicht nutzen.
Hunger und Sättigung erkennen
Kinder zeigen Hunger und Sättigung auf unterschiedliche Weise. Bei Kleinkindern zwischen sechs und 24 Monaten können Hungerzeichen sein, dass sie sich dem Essen zuwenden oder einen Löffel zum Mund führen. Wegdrehen und Kopfschütteln können darauf hindeuten, dass das Kind satt ist oder die Mahlzeit beenden möchte. Auch Zappeln oder Spielen mit dem Essen können solche Zeichen sein. Diese Beispiele sind keine starre Checkliste und passen nicht unverändert zu jedem Alter.
Laden Sie Ihr Kind ruhig ein- bis zweimal dazu ein, etwas zu essen. Isst es danach nicht weiter oder beendet es die Mahlzeit, akzeptieren Sie das zunächst. Sättigung ist nicht immer eindeutig zu erkennen. Beobachten Sie lieber wiederkehrende Muster, statt jedes Verhalten am Tisch sofort zu deuten.
Erwartungen im Alltag senken
Eine Mahlzeit muss kein Test dafür sein, ob Ihr Kind „gut“ gegessen hat. Fragen Sie nicht ständig nach jedem Bissen und kommentieren Sie kleine Mengen möglichst wenig. Gemeinsame, vertraute Abläufe und eine freundliche Atmosphäre helfen am Tisch, auch wenn es nicht immer entspannt zugeht oder Ihrem Kind nicht jedes Essen schmeckt. Schalten Sie Bildschirme aus und lassen Sie Ihr Kind selbstständig essen, sobald es dazu in der Lage ist.
Auch wählerisches Essen und wechselnde Vorlieben gehören bei vielen Kindern zum Alltag. Bleiben Sie bei einem ausgewogenen Angebot und servieren Sie abgelehnte Lebensmittel zu einem späteren Zeitpunkt erneut, ohne Druck aufzubauen. Studien bringen häufigeres gemeinsames Essen mit günstigem Essverhalten in Verbindung. Das beweist nicht, dass eine gemeinsame Mahlzeit allein das Essverhalten verändert, und macht aus dem Familientisch kein weiteres Ziel, das Sie erreichen müssen.
Wann ärztlicher Rat hilft
Sprechen Sie mit Ihrer Kinder- und Jugendärztin oder Ihrem Kinder- und Jugendarzt, wenn Sie sich Sorgen um Wachstum oder Gesundheit machen. Das gilt besonders, wenn Ihr Kind auffällig wenig isst, häufig krank ist, über längere Zeit unglücklich wirkt oder sich körperlich nicht altersgerecht entwickelt. Wenn Ihr Kind nur sehr wenige Lebensmittel isst, kann die Praxis prüfen, ob körperliche Ursachen oder Nährstoffmängel eine Rolle spielen.
Orientieren Sie sich bei Unsicherheit nicht an einzelnen Mahlzeiten oder pauschalen Portionsgrößen. Die Entwicklung Ihres Kindes über längere Zeit und die Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchungen helfen der Kinderärztin oder dem Kinderarzt, das Wachstum besser einzuschätzen.
