Bewerbungen schreiben

Bei einer Bewerbung müssen Anschreiben, Lebenslauf und Nachweise zu den Anforderungen der Stellenanzeige passen. Prüfen Sie zuerst, welche Unterlagen der Arbeitgeber verlangt, und sammeln Sie konkrete Beispiele für Ihre Eignung.

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Im Anschreiben erklären Sie, warum Sie sich bewerben, und zeigen, warum Sie für die Stelle geeignet sind. Der Lebenslauf zeigt Ihre wichtigsten Erfahrungen auf einen Blick. Welche Unterlagen Sie einreichen und wie Sie sie verschicken, richtet sich nach den Vorgaben des Arbeitgebers.

Prüfen Sie zuerst die Anzeige

Lesen Sie die Stellenanzeige mit zwei Fragen im Kopf: Was muss ich einreichen, und welche Anforderungen sind für die Stelle besonders wichtig? Notieren Sie auch den Bewerbungsweg, die Frist, eine mögliche Kennziffer und den Namen der Ansprechperson. Achten Sie darauf, ob der Arbeitgeber Angaben zum Eintrittstermin oder zu Ihren Gehaltsvorstellungen verlangt.

Markieren Sie anschließend die geforderten Kenntnisse und Aufgaben. Trennen Sie dabei zwischen Muss-Anforderungen und Punkten, die der Arbeitgeber sich zusätzlich wünscht. So können Sie entscheiden, welche Ihrer Erfahrungen Sie im Anschreiben hervorheben und welche Angaben im Lebenslauf besonders sichtbar sein sollten.

Informieren Sie sich außerdem kurz darüber, was das Unternehmen macht und welche Aufgaben die Stelle umfasst. So können Sie konkret erklären, warum Sie sich für die Stelle interessieren. Allgemeine Aussagen wie „Ihr Unternehmen ist sehr interessant“ zeigen noch keinen Bezug zur Stelle.

Belegen Sie Ihre Eignung

Sammeln Sie vor dem Schreiben zu jeder wichtigen Anforderung ein passendes Beispiel. Es kann aus einer früheren Stelle, einer Ausbildung, einem Praktikum, einem Nebenjob oder einem Ehrenamt stammen. Beschreiben Sie, welche Aufgabe Sie übernommen haben, wie Sie dabei vorgegangen sind und was dabei herauskam oder was Sie daraus gelernt haben.

Angenommen, die Anzeige verlangt Erfahrung im Umgang mit Kundenanfragen. Statt nur „kommunikationsstark“ zu schreiben, können Sie eine konkrete Situation nennen: Sie haben Anfragen sortiert, Rückfragen geklärt und dafür gesorgt, dass Anliegen an die richtige Stelle gelangten. Das Beispiel macht Ihre Aussage nachvollziehbar. Verwenden Sie dabei nur Erfahrungen und Ergebnisse, die tatsächlich auf Sie zutreffen.

Auch beim Quereinstieg helfen Fähigkeiten, die Sie in einem anderen Beruf erworben haben. Wer etwa in einem anderen Beruf regelmäßig Termine koordiniert oder Beschwerden bearbeitet hat, kann diese Erfahrung mit einer passenden Aufgabe der neuen Stelle verbinden. Erklären Sie den Zusammenhang kurz, statt darauf zu hoffen, dass die lesende Person den Zusammenhang selbst erkennt.

Schreiben Sie ein klares Anschreiben

Im Anschreiben nennen Sie Ihre wichtigsten Gründe für die Bewerbung. Erklären Sie, warum Sie sich für diese Stelle interessieren, welche passende Erfahrung Sie mitbringen und wie sie Ihnen bei der ausgeschriebenen Aufgabe hilft. Wiederholen Sie nicht den gesamten Lebenslauf in Fließtextform.

Beginnen Sie mit einem konkreten Bezug zur Stelle, etwa mit einer passenden Aufgabe aus der Anzeige oder einer Erfahrung, die dazu passt. Im Hauptteil verbinden Sie ein oder zwei Anforderungen mit eigenen Beispielen. Zum Schluss können Sie Ihren möglichen Eintrittstermin oder Ihre Gehaltsvorstellung nennen, sofern die Anzeige danach fragt, und sagen, dass Sie sich über ein Gespräch freuen.

Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt, das Anschreiben auf die konkrete Stelle zuzuschneiden und allgemeine Mustertexte nicht unverändert zu übernehmen. Als Orientierung nennt sie höchstens eine DIN-A4-Seite. Wichtiger als eine bestimmte Zahl von Absätzen ist, dass jeder Satz etwas zur Stelle oder zu Ihrer Eignung beiträgt.

Prüfen Sie außerdem die Anrede und den Betreff. Wenn in der Anzeige eine Ansprechperson genannt wird, sprechen Sie diese direkt an. Fehlt ein Name, verwenden Sie eine passende allgemeine Anrede. Übernehmen Sie die Stellenbezeichnung korrekt und ergänzen Sie eine Kennziffer, wenn der Arbeitgeber sie verlangt.

Gestalten Sie den Lebenslauf übersichtlich

Ein tabellarischer Lebenslauf lässt sich schnell erfassen. Führen Sie die Stationen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge auf, also mit der aktuellen oder jüngsten Station zuerst. Die Bundesagentur für Arbeit nennt höchstens zwei Seiten als Orientierung. Für jede Station gehören Zeitraum, Arbeitgeber oder Bildungseinrichtung, Position und kurze Angaben zu relevanten Aufgaben hinein.

Wählen Sie die Inhalte nach der Stelle aus. Für eine Position mit viel Kundenkontakt sollten entsprechende Aufgaben im Lebenslauf gut zu finden sein. Bei einer technischen Stelle zählen eher passende Werkzeuge, Verfahren oder Projekte. Beschreiben Sie Tätigkeiten möglichst konkret: „Kundentermine geplant und Rückfragen bearbeitet“ sagt mehr als „Büroaufgaben erledigt“.

Auch Praktika, Nebenjobs und ehrenamtliche Tätigkeiten können Berufserfahrung belegen, besonders wenn Sie am Anfang Ihres Berufswegs stehen. Längere Unterbrechungen sollten Sie offen und knapp erklären. Die Bundesagentur empfiehlt, Lücken von mehr als zwei Monaten anzugeben; diese Zeitspanne ist ihre Orientierung und keine allgemeingültige Vorgabe für jeden Lebenslauf.

Wählen Sie passende Bewerbungsunterlagen

Reichen Sie die Dokumente ein, die der Arbeitgeber verlangt oder die Ihre Eignung für die Stelle belegen. Dazu zählen je nach Anzeige Arbeits- und Schulzeugnisse, Ausbildungsnachweise, Zertifikate oder Arbeitsproben. Zusätzliche Unterlagen helfen nur, wenn sie einen erkennbaren Bezug zur Stelle haben. Ungefragt beigefügte Dokumente machen die Auswahl nicht automatisch überzeugender.

Ein Bewerbungsfoto ist nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit keine Pflicht. In manchen Branchen ist es weiterhin üblich oder wird erwartet; die Gepflogenheiten unterscheiden sich. Prüfen Sie deshalb die Anzeige und das Bewerbungsportal. Eine professionelle Bewerbung sollte auch ohne Foto vollständig und übersichtlich sein.

Ein Anschreiben ist ebenfalls nicht bei jeder Bewerbung vorgesehen. Manche Portale fragen bestimmte Angaben direkt ab oder verzichten auf ein separates Schreiben. Folgen Sie den konkreten Vorgaben, statt vorsorglich zusätzliche Dateien hochzuladen.

Reichen Sie Ihre Bewerbung digital ein

Richten Sie sich beim Versand Ihrer Unterlagen nach der Anzeige und den Vorgaben des Bewerbungsportals. Bei einer Bewerbung per E-Mail empfiehlt die Bundesagentur für Arbeit ein gut lesbares PDF. Für viele Karriereportale werden Dokumente einzeln hochgeladen; richten Sie sich nach den Dateifeldern und Hinweisen im Portal.

Benennen Sie Dateien so, dass Inhalt und Zuordnung klar sind, etwa „Lebenslauf“ oder „Arbeitszeugnis“. Prüfen Sie vor dem Versand, ob jedes PDF geöffnet werden kann und alle Seiten lesbar sind. Achten Sie bei E-Mails auf einen eindeutigen Betreff und eine kurze Nachricht, die Stelle und Anlagen nennt.

Die Befragung von Jobsuchenden durch Stepstone im Sommer 2025 zeigt, dass Bewerbungen nicht immer eine Rückmeldung erhalten: 54 Prozent der Befragten berichteten, in den vorangegangenen zwölf Monaten nach einer Bewerbung gar keine Antwort bekommen zu haben. Das Ergebnis beschreibt diese Befragung, nicht den Ausgang Ihrer Bewerbung. Führen Sie deshalb eine Liste Ihrer Bewerbungen mit den Stellen, Fristen und möglichen Rückfragen.

Prüfen Sie die Bewerbung vor dem Versand

Lesen Sie Anschreiben und Lebenslauf mit der Stellenanzeige daneben. Stimmen Stellenbezeichnung, Name des Arbeitgebers und gegebenenfalls Kennziffer? Passen die hervorgehobenen Erfahrungen zu den geforderten Aufgaben? Kontrollieren Sie außerdem Ihre Kontaktdaten und die Angaben zu Eintrittstermin oder Gehaltsvorstellung, falls Sie diese nennen sollen.

Prüfen Sie vor dem Versand:

  • Sind alle verlangten Unterlagen enthalten?
  • Sind Rechtschreibung, Grammatik und Anrede geprüft?
  • Stimmen Dateinamen, Seitenreihenfolge und Lesbarkeit?
  • Ist die richtige Version angehängt oder im Portal hochgeladen?
  • Haben Sie die Bewerbung an den verlangten Bewerbungsweg und an die richtige Stelle geschickt?

Bitten Sie nach Möglichkeit eine andere Person, den Text gegenzulesen. Ein frischer Blick findet oft unklare Formulierungen oder übersehene Fehler. Wenn Sie ein KI-Werkzeug zum Kürzen oder Strukturieren nutzen, prüfen Sie jeden Vorschlag auf Richtigkeit und persönlichen Stellenbezug. Übernehmen Sie keine Kenntnisse oder Erfolge, die Sie nicht belegen können.

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