Fernstudium und Familie: Kann das gut gehen?

Für viele angehende Studierende gilt ein Fernstudium längst als erste Wahl, meist wegen der besseren Vereinbarkeit von Studium und Beruf. Wo ein reguläres (Fach-) Hochschulstudium auf klassischen Präsenzunterricht, festgelegte Unterrichtszeiten innerhalb der Semester und zudem auf ein begrenztes Studienplatzangebot setzt, erweist sich ein Fernstudium als deutlich flexibler. Hier erlauben fast alle Fernhochschulen und Fernuniversitäten einen sofortigen Studienbeginn, ein kontinuierliches Studium ohne Zwangspausen in Form von vorlesungsfreien Zeiten und somit schließlich einen schnelleren Studienabschluss.

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So leicht…

Hinzu kommen flexible, individuell anpassbare Lernzeiten, die sich nicht an vorgegebenen Stundenplänen orientieren und sich durch den Einsatz unterschiedlichster Lehrmedien noch weiter individualisieren lassen. Denn längst setzen die meisten Fernstudienanbieter neben gedrucktem Lehrmaterial und einem virtuellen Online-Campus auch auf ein didaktisch aufbereitetes Angebot aus PDF-Dokumenten, Audio- und Videomaterial, Lernprogrammen und Computer-Based-Trainings. Ein dermaßen moderner Medienmix ermöglicht beispielsweise das Anhören einer Vorlesung als Podcast während der Autofahrt oder das Repetitorium nach Feierabend und am Fernseher. Ergänzt wird dieser Medienmix in der Regel durch einen klar strukturierten Studienaufbau in überschaubare Einzelmodule, die jeweils mit einer Prüfung abschließen und somit den von Präsenzuniversitäten bekannten Abschlussprüfungsmarathon bei Studienende überflüssig machen, eine persönlichen Betreuung durch Tutoren und Mentoren, umfangreiche Datenbanken mit weiterführendem Studienmaterial sowie Studienplaner, Gruppen, Chats und Diskussionen auf Online-Basis.

So lässt sich ein Fernstudium nicht nur zeitlich wesentlich komfortabler in den persönlichen Tagesablauf integrieren als ein Präsenzstudium, auch kann wegen der pädagogischen und didaktischen Flexibilität jedes Motivationshoch sofort ausgenutzt und in unmittelbaren Lernerfolg umgesetzt werden. Hinzu kommt, dass ein Fernstudium dem an einer Präsenzhochschule sowohl inhaltlich als auch in der Anerkennung längst gleichgestellt ist. Durchgeführt von renommierten Professoren, ermöglicht zum Beispiel das an einer Fernhochschule erfolgreich abgeschlossene Masterstudium sowohl den Zugang zum Höheren Dienst im öffentlichen Sektor als auch eine anschließende Promotion. Zudem lassen alle bekannten Fernhochschulen ihre Studiengänge von anerkannten Institutionen wie der FIBAA (Foundation for International Business Administration Accreditation), dem Wissenschaftsrat (WR) oder dem Akkreditierungs-, Certifizierungs- und Qualitätssicherungsinstitut (ACQUIN) akkreditieren.

… und doch so schwer.

Trotz all dieser nicht zu leugnenden Vorteile birgt ein Fernstudium die häufig unterschätzte Gefahr der Spannungsbildung mit dem familiären und sozialen Umfeld. Denn gerade wer berufsbegleitend studieren möchte, sollte sich darauf einstellen, deutlich weniger Zeit mit Freunden und Familie verbringen zu können. Trotz aller Flexibilität bleibt die zusätzliche Zeitbelastung bestehen und wird dem ersehnten Besuch von Kino oder Biergarten mehr als einmal im Wege stehen. „Weitaus schwieriger als der Verzicht auf soziale Aktivitäten mit Freunden und Bekannten gestaltet sich jedoch in der Regel die Vereinbarung von Fernstudium und familiärem Zusammenleben“, weiß Dr. Martin Mirbach vom unabhängigen Vergleichsportal FernStudium24.de. „Denn gerade die im gemeinsamen Haushalt lebenden Familienmitglieder bekommen ja die zeitlichen und psychischen Auswirkungen des Fernstudiums tagtäglich und unmittelbar zu spüren.“
Wichtig sei deshalb, die Aufnahme eines Fernstudiums von vornherein nicht an der Familie vorbei, sondern immer in direkter und offener Absprache zu planen. Gerade bei Familien mit Kindern sei ansonsten eine kaum zu bewältigende Dreifachbelastung vorprogrammiert. Zudem sollte man unbedingt realistisch bleiben, was die Möglichkeit des wöchentlichen Zeitaufwandes sowie die Gesamtstudiendauer betrifft. Wenn all diese vorbereitenden Faktoren ebenso gründlich wie ehrlich berücksichtigt wurden, steht einem erfolgreichen Fernstudium auch neben Beruf und Familie aber nichts mehr im Wege. „Während des Studiums sind Planung und Disziplin zudem entscheidender als Neigung oder Talent“, so Dr. Mirbach. „Etablieren Sie also in Absprache mit Ihrem Partner ein konsequentes Zeit- und Selbstmanagement. Planen Sie Ihr Studium und studieren Sie dann nach Ihrem Plan. Der alte Management-Leitsatz `Kein Plan, kein Erfolg´ gilt wahrscheinlich nirgendwo mehr als beim Selbstmanagement während des Fernstudiums.“

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Bild: bigstockphoto.com / gstockstudio

Marianne

Marianne ist leidenschaftliche Mama und Bloggerin und berät online wie offline Familien rund um Erziehung, Ernährung & Partnerschaft. Auf familien-frage.de gibt sie Ihre Geheimnisse preis und bloggt über Alltägliches. Marianne ist außerdem die redaktionelle Leiterin von Familien-Frage.