Geburt vorbereiten

Vor der Geburt können Sie klären, wo Sie entbinden möchten, wen Sie bei Wehen anrufen und wer Sie begleitet. Wie lange die Geburt dauert und welche Unterstützung Sie brauchen, zeigt sich erst im Verlauf. Eine gute Vorbereitung gibt Ihnen Orientierung und lässt Sie flexibel bleiben.

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Geburtsort und Betreuung klären

Je nach Ihrer persönlichen und medizinischen Situation können Sie in einer Klinik, einem Geburtshaus oder zu Hause gebären. Besprechen Sie die Möglichkeiten frühzeitig mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Ärztin beziehungsweise Ihrem Arzt. Fragen Sie auch, welche Betreuung für Sie infrage kommt und wie Sie den gewählten Geburtsort erreichen.

Ein Anmeldegespräch in der Klinik oder im Geburtshaus hilft, praktische Abläufe und persönliche Wünsche zu klären. Sprechen Sie dabei zum Beispiel über Schmerzlinderung, mögliche Begleitung und besondere Sorgen. Ihre Wünsche können dem Geburtsteam als Orientierung dienen. Ihre Wünsche legen den Geburtsverlauf nicht fest. Medizinische Gründe können andere Entscheidungen nötig machen.

Ein Geburtsvorbereitungskurs erklärt, was bei Wehen und in den einzelnen Phasen der Geburt passiert und welche Unterstützung möglich ist. Auch Ihre Begleitperson kann dort erfahren, wie sie Ihnen helfen kann. Klären Sie bei der Krankenkasse, welche Kurskosten übernommen werden.

Tasche und Alltag vorbereiten

Legen Sie die Tasche einige Wochen vor dem errechneten Termin bereit. Welche Dinge Sie brauchen, hängt vom Geburtsort und davon ab, ob Sie nach der Geburt nach Hause gehen oder in der Klinik bleiben. Fragen Sie dort nach einer Packliste und danach, welche Unterlagen Sie mitbringen sollen. Auch bei einer geplanten Hausgeburt ist eine gepackte Tasche für einen möglichen Wechsel in die Klinik sinnvoll.

Prüfen Sie außerdem die Anfahrt und speichern Sie die Telefonnummer Ihrer Hebamme und Ihres Geburtsorts im Handy. Wenn Sie weitere Kinder haben, organisieren Sie deren Betreuung. Überlegen Sie auch, wer Sie in den ersten Tagen nach der Geburt zu Hause unterstützen kann.

Geburtsbeginn erkennen

Regelmäßige Wehen und der Abgang von Fruchtwasser können den Beginn der Geburt anzeigen. Die Wehen werden im Verlauf meist kräftiger und regelmäßiger. Es gibt jedoch keine Minutenregel, die für jede Geburt und jede persönliche Situation passt. Rufen Sie bei Unsicherheit Ihre Hebamme oder den vorgesehenen Geburtsort an und folgen Sie den Absprachen, die Sie dort getroffen haben.

Geht Fruchtwasser ab, informieren Sie Ihre Hebamme oder nehmen Sie Kontakt mit der Klinik auf, wenn Sie dort gebären möchten. Bei einer geplanten Hausgeburt rufen Sie Ihre Hebamme an. Lassen Sie Blutungen medizinisch abklären. Bei stärkerer Blutung oder starken Schmerzen wenden Sie sich unmittelbar an eine Geburtsklinik. Das gilt auch bei Kreislaufproblemen sowie bei Blutungen zusammen mit Fruchtwasserabgang.

Die Geburt verläuft in Phasen

Bei einer vaginalen Geburt öffnet sich zunächst der Muttermund. Die Eröffnungsphase kann viele Stunden dauern; bei der ersten Geburt ist sie häufig länger. Ihre Dauer lässt sich im Voraus nicht verlässlich bestimmen.

Wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist, bewegt sich das Kind durch den Geburtskanal. In dieser Austrittsphase kommt häufig ein Pressdrang hinzu. Nach der Geburt des Kindes folgt die Nachgeburtsphase: Dabei wird die Plazenta, auch Mutterkuchen genannt, geboren.

Wie Sie die Wehen erleben, ist individuell. Bewegung, ein Wechsel der Position, Atem- und Entspannungsübungen oder ein Entspannungsbad können helfen. Auch Medikamente und eine Periduralanästhesie, kurz PDA, kommen zur Schmerzlinderung infrage. Eine PDA betäubt den unteren Körperbereich. Dafür wird ein örtlich wirkendes Betäubungsmittel im Rücken verabreicht. Besprechen Sie mit dem Geburtsteam, welche Möglichkeiten am Geburtsort verfügbar sind. Sie können Ihre Wünsche während der Geburt anpassen.

Wenn sich der Verlauf ändert

Manchmal schreitet die Geburt langsamer voran als erwartet. Auch Untersuchungsergebnisse können zeigen, dass Unterstützung sinnvoll ist. Das Geburtsteam kann dann Maßnahmen vorschlagen, die den Wehenverlauf unterstützen oder die Geburt des Kindes erleichtern. Dazu zählen zum Beispiel ein Wehentropf oder eine Saugglocke. In manchen Situationen ist ein Kaiserschnitt der geeignete Weg.

Fragen Sie nach dem Grund für einen Vorschlag und danach, welche Möglichkeiten Sie in Ihrer Situation haben. Das Geburtsteam kann Ihnen erklären, was bei der jeweiligen Maßnahme geschieht. Der Geburtsplan kann sich auch bei guter Vorbereitung ändern.

Die erste Zeit mit dem Baby

Nach einer unkomplizierten Geburt wird das Neugeborene häufig auf den Bauch der Mutter gelegt und dort zugedeckt. Hebamme oder ärztliches Personal beobachten dabei Mutter und Kind. Wenn es beiden gut geht, bleibt Zeit für Hautkontakt und, wenn gewünscht, einen ersten Stillversuch.

Auch die Unterstützung nach der Geburt lässt sich vorbereiten. Klären Sie, wer Einkäufe erledigt, Mahlzeiten mitbringt oder ältere Kinder betreut. So können Sie sich in den ersten Tagen stärker auf Erholung und das Kennenlernen Ihres Kindes konzentrieren.

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