Kindererziehung sollte wieder leise werden – Berührungen statt vieler Worte

Unsere Gesellschaft heute ist laut. Die Umwelt in der wir leben ist es ebenso geworden. Kein Wunder, dass sich unsere Kinder heute daran anpassen und selten sehr leise und in sich gekehrt sind. Gerade deshalb wird es Zeit wieder etwas Ruhe in das Familienleben zu bringen. Aber wo ansetzen? Direkt in der Erziehung unserer Kinder, dem Alltag, kann mal als Eltern seinen Beitrag dazu geben. Und die Kinder werden es danken.

Körperkontakt, schon ab der Geburt

Tipps zur Kinderziehung gibt es viele. Auf welche Weise man dem schlagenden Kleinkind das Hauen abgewöhnt, wie man dem 5-jährigen das Essen schmackhaft macht oder die kleinen Schulkinder zum Lernen bewegt. Aber anders als bei vielen Ratschlägen zum Inhalt der Erziehung geht dieser Appell an die Art und Weise, die gewünschten Verhaltensweisen zu übermitteln. Natürlich versteht jedes Kind wenn Mama schreit und sicherlich ist es auch der erste Reflex bei Missachtung von Regeln oder Verboten. Doch man sollte nicht vergessen, dass Kinder noch sehr direkt auf Berührungen reagieren und das nicht nur bei unerwünschtem Verhalten.

Es beginnt bereits nach der Geburt. Gerade da, wo Sprache noch weit entfernt ist, benötigen kleine Menschen Nähe und Körperkontakt. Man erinnert sich gerne an die Stille nach der Geburt. Die Kommunikation funktioniert ausschließlich über Gesten, Augenkontakt und Berührungen. Ein sanftes Streicheln, liebevolle Blicke – Babys verstehen die Zuneigungsbekundungen ganz ohne Worte. Auch später funktioniert Kommunikation weiterhin vor allem über Mimik und Gestik. Kleine Mädchen wenn sie sich hinter der Mutter verstecken gebrauchen keine Worte um dem Gegenüber zu signalisieren, dass sie sich unsicher sind. Ein ausgestreckter Arm und ein kurzes Ziehen am Rockzipfel zeigt „Kuck mal Mama!“ ganz ohne es auszusprechen.

Und genau so können wir auch bei älteren Kindern nach wie vor vieles bewirken ohne laute Worte zu benutzen. Statt vieler ruhiger Worte, genügt es einem traurigen Kind oft wenn es zärtlich über die Arme gestreichelt wird. Das beruhigt und zeigt Zuneigung. Auch ein Schulterklopfen vom Papa vermittelt Stolz auf das Kind und bedarf keiner großen Worte. Kinder holen sich ihre Bestätigung aus den Gesichtern der Eltern. Ein Nicken zeigt Zustimmung, ebenso wie ein Lächeln. Doch nicht nur positive Emotionen zeigen sich in unseren Augen. In manchen Situationen sollte man Kinder nicht zu Augenkontakt zwingen. Gerade bei Regelverstößen kann das ein Demütigungsgefühl auslösen.

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Nicht vollkommen auf Sprache verzichten

Selbstverständlich bedarf es in vielerlei Situationen einer Erklärung. Doch auch hier kann man an Worten sparen. Man sollte ganz in Ruhe den Hintergrund sinnvoll erklären. Turnt der Sohn zu Hoch in den Bäumen genügt ein ängstliches Gesicht sicherlich nicht. Dann einfach direkt sagen „Junger Mann, ich bekomme Angst wenn du so hoch kletterst“ und bei Bedarf einschreiten.

Man sollte einfach bei all der erlernten Sprache die Körperlichkeiten nicht vergessen. Egal in welchem Alter, Kinder suchen nach wie vor Wärme und Nähe und genießen jede Kontaktaufnahme. Da bedarf es oft nicht vieler Worte…

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