Laufen lernen: 4 Tipps, um Dein Kind zu unterstützen

Tap, tap, tap: Wenn Dir Dein Baby das erste Mal auf zwei Beinen entgegenwackelt, ist die Freude groß! Als Elternteil ist man natürlich unglaublich stolz auf sein Kind – hat man doch meistens schon ungeduldig auf dieses Ereignis gewartet. Hier erfährst du, was Du tun kannst, um Dein Baby auf dem Weg dorthin bestmöglich zu unterstützen.

Aber wie läuft das Laufenlernen eigentlich ab? Zuerst geben wir einen kurzen Überblick, was in den nächsten Monaten auf Dich zukommt:

Vom Säugling zum kleinen Zweibeiner: die Meilensteine

Vor ein paar Monaten war der neue Erdenbürger noch ein hilfloser Säugling. Und plötzlich zieht sich Dein Baby schon am Stuhl hoch. Im ersten Jahr kannst du quasi Woche für Woche zusehen, wie Dein Kind neue Fähigkeiten dazulernt:

  • 3-4 Monate: Das Baby hebt Kopf und Brust und kräftigt damit seinen Oberkörper.
  • 5 Monate: Das Baby wippt auf und ab, sobald Du es in eine stehende Position hältst, und baut somit die Beinmuskeln auf.
  • 6-9 Monate: Das Baby kann die Nacken- und Rückenmuskulatur soweit gestärkt, dass es aufrecht sitzen kann. Außerdem kann es vermutlich krabbeln und erkundet so schon einmal selbstständig die Welt.
  • 9-10 Monate: Das Baby fängt an, sich in eine stehende Position hochzuziehen. Der gesamte Bewegungsapparat wird in Richtung aufrechte Haltung trainiert. An der Hand kann es nun bereits ein paar Schritte laufen.
  • 11-13 Monate: Das Baby probiert, sich aufrecht von Stütze zu Stütze zu bewegen – die ersten selbstständigen Schritte sind getan!

Natürlich ist sind das nur grobe Durchschnittswerte. Jedes Kind hat sein individuelles Lerntempo und wenn Dein Liebling ein wenig länger braucht, ist das noch lange kein Grund zur Sorge!

Übrigens: All diese Entwicklungsschritte meistert Dein Baby von ganz allein. Lauflernhilfen, wie Schiebewägelchen oder Babywalker, benötigt es nicht. Diese sind unnötig und sogar schädlich, weshalb Experten davon abraten!

Mit den folgenden 4 Tipps kannst du ihm das Laufenlernen aber noch ein bisschen leichter machen:

1. Genug Freiraum für die Füße

Gerade in den ersten Lebensjahren sollten Babys so viel wie möglich auf ihren bloßen Füßchen laufen. Die Muskulatur im Fuß, in den Sehnen und den Bändern müssen sich erst entwickeln und dabei sind Schuhe und Socken nicht gerade hilfreich. Barfußgehen hingegen ist das optimale Training für die kleinen Langstreckenläufer. Ganz nebenbei wird der Gleichgewichts- und der Tastsinn geschult.

Ab und zu braucht es aber doch Socken und Schuhe, zum Beispiel als Schutz gegen Nässe, Kälte und spitze Gegenstände. Die Schuhe zum Laufenlernen solltest du mit viel Sorgfalt auswählen. Besonders wichtig sind:

  • weiche, atmungsaktive Materialien
  • eine rutschfeste und biegsame Sohle
  • die richtige Schuhgröße

Um die passende Größe herauszufinden, eignet sich zum Beispiel die folgende Schablone. Stelle den Fuß Deines Kindes auf die ausgedruckte Vorlage – dann kannst Du die passende Größe ganz einfach ablesen:

2. Motiviere Dein Kind, die ersten Schritte zu probieren!

Aller Anfang ist schwer – das gilt auch für das Laufenlernen! Kleinkinder fallen durchschnittlich 17 Mal pro Stunde hin. Kein Wunder, dass sie da auch manchmal etwas Ermutigung gebrauchen können. Zeige deinem Kind deshalb, wie sehr du dich freust, wenn etwas klappt. Und falls der Gehversuch auf dem Hosenboden endet, dann ermuntere Dein Baby, es gleich noch mal zu versuchen!

Du kannst dich zum Beispiel ein, zwei Meter entfernt auf den Boden setzen und es mit ausgestreckten Armen willkommen heißen. So motivierst Du Dein Kind, ein paar Schritte in Deine Richtung zu wagen. Oder gib ihm ein Spielzeug in die Hand und bitte es darum, Dir dieses zu bringen. Meistens sind Kleinkinder dann mächtig stolz darauf, von den Großen um Hilfe gefragt zu werden, und bemühen sich eifrig, der Bitte nachzukommen.

3. Sorge für eine kindersichere Wohnung

Zum Laufenlernen benötigt Dein Kleines eine sichere Umgebung, in der es sich ohne Gefahren ausprobieren kann. Spitze Gegenstände und scharfe Kanten sind daher im Wohn- und Kinderzimmer tabu.

Außerdem solltest Du Dich rechtzeitig darauf einstellen, dass sich die Reichweite Deines Babys erhöht. Räume deshalb alle potenziell gefährlichen Dinge weg, sodass das Kind auch in aufrechter Haltung nicht darankommen kann:

  • Putzmittel
  • Medikamente
  • Elektrokabel
  • Plastiktüten

4. „Inseln“ zum Festhalten schaffen

Alleine aufzustehen lernen die Kinder erst nach den ersten Schritten. Zu Beginn brauchen sie daher irgendeinen Gegenstand (oder ein Bein), um sich hochzuziehen. Mit ein paar stabilen Möbeln, die gut zu greifen sind, bietest du deinem Nachwuchs ideale Gelegenheiten, um selbst in den Zweibeinerstand zu kommen. Am besten ist es, wenn diese in kleiner Entfernung voneinander stehen, dann kann das Baby von einer „Festhalte-Insel“ zur nächsten laufen.

Wichtig: Alles in Kinder-Griffnähe muss absolut kippsicher sein bzw. darf nicht herunterfallen, wenn die Kleinen daran ziehen.

Fazit: Laufen lernt dein Kind eigentlich ganz allein

Es ist immer wieder faszinierend, welche rasanten Fortschritte die Kleinen in den ersten Jahren durchmachen. Ganz ohne spezielles Training lernen die Kids so komplexe Fähigkeiten wie Gehen oder Sprechen. Mit Lob und Zuwendung sowie einer kindersicheren Umgebung hat Dein Baby eigentlich alles, was es braucht, um seine ersten Gehversuche zu starten. Und wenn der kleine Racker dann endlich auf zwei Beinen durch die Wohnung saust, warten schon die nächsten Meilensteine in der Entwicklung.

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