Schwanger durch Frauenmanteltee?

Nein, liebe Frauen, so einfach ist das nicht. Ursprünglich stand in diesem einleitenden Satz noch ein „leider“. Das habe ich aber nach kurzem Nachdenken an vorangegangene Erfahrungen wieder gestrichen. Zum Kinderzeugen gehören nach wie vor zwei. Aber nicht immer funktioniert es – und da kommt der Tee ins Spiel. Konkret geht es hier um den Frauenmanteltee, eines von vielen Hilfsmitteln, das bei unerfülltem Kinderwunsch immer wieder ins Spiel gebracht wird.

Eine heimische Heilpflanze

Der Gelbgrüne Frauenmantel, auch bekannt als Liebfrauenmantel oder Mutterkraut, stammt ursprünglich aus dem Osten Europas und aus Asien, ist aber mittlerweile auch bei uns heimisch. Er liebt feuchte, halbschattige Lagen, zum Beispiel an Bachläufen, verträgt aber auch direkte Sonne und kann im eigenen Garten angebaut werden. Man sät ihn aus und vermehrt ihn durch Teilung, letzteres bevorzugt im Winter. Geerntet werden die Blätter und Blüten von April bis August. Die Blätter lassen sich für den Rest des Jahres auch getrocknet aufbewahren. Selbstverständlich lässt sich Frauenmanteltee auch problemlos fertig kaufen, wenn dir der „grüne Daumen“ oder die passende Anbaufläche fehlen. Im Bioladen wirst du ihn auch in Bio-Qualität finden.

Wirkung auf die Hormone

Als Heilpflanze hat sich der Frauenmantel einen guten Ruf bei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich erworben, bei Magenkrämpfen etwa, und auch zum Beispiel bei leichtem Durchfall. Später kamen typische Frauenleiden wie Menstruationsbeschwerden oder Probleme mit den Wechseljahren hinzu. Generell kann man attestieren, dass Frauenmantel Entzündungen lindert, antibakteriell wirkt und Krämpfe löst. Ohne dass es einen konkreten wissenschaftlichen Nachweis für die Wirkungsweise gibt, scheint der Frauenmantel etwas mit dem weiblichen Hormonhaushalt zu tun zu haben. Dafür spricht auch das Abfedern von Stimmungsschwankungen in Zusammenhang mit der Menstruation. Gut eingestellte Hormone bedeuten eine größere Regelmäßigkeit des Zyklus, und das erleichtert zumindest das Timing der Aktivitäten in Richtung Kinderwunsch. Ein zweiter wesentlicher Faktor ist die Kräftigung der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich eine befruchtete Eizelle leichter einnisten kann. Damit sinkt auch das Risiko einer Fehlgeburt.

So wird Frauenmanteltee zubereitet

Für eine große Tasse oder einen Teebecher (ein viertel Liter) nimmst du einen gehäuften Teelöffel frischer oder getrockneter Blätter. Um die Inhaltsstoffe besser zu lösen, solltest du sie unmittelbar vor der Zubereitung zerkleinern. Die Blätter gießt du mit kaltem (!) Wasser auf und erhitzt nun den ganzen Aufguss, bis er kurz gekocht hat. Danach stoppst du die Wärmezufuhr und lässt das Ganze noch rund zehn Minuten ziehen. Drei bis vier Tassen am Tag schaden nicht. Wer will, kann Frauenmanteltee aber auch äußerlich anwenden. Umschläge, Sitzbäder oder Spülungen im Unterleibsbereich sind hier die zielführenden Möglichkeiten.

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