Stillen lernen: Anlegen und Hilfe

Stillen lernen Mutter und Baby gemeinsam. In den ersten Wochen sind Unsicherheit, wunde Brustwarzen und Schmerzen beim Anlegen die häufigsten Gründe, warum Stillen anfangs schwerfällt.

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Entscheidend sind eine gute Position und ein tiefes Anlegen: Das Baby sollte nicht nur die Brustwarze, sondern auch einen großen Teil des Warzenhofs und des umliegenden Brustgewebes im Mund haben. Bei starken oder anhaltenden Schmerzen holen Sie sich früh Unterstützung.

So legen Sie richtig an

Setzen Sie sich bequem hin oder lehnen Sie sich zurück. Stützen Sie Rücken, Arme und Beine mit Kissen, damit Sie während des Stillens nicht verkrampfen. Das Baby liegt eng an Ihrem Körper, idealerweise Bauch an Bauch, sodass Kopf, Schulter und Hüfte eine gerade Linie bilden. Die Nase des Babys liegt etwa auf Höhe der Brustwarze, der Kopf ist leicht nach hinten geneigt. So öffnet sich der Mund weit und das Baby erfasst die Brust tiefer.

Führen Sie das Baby zur Brust, nicht die Brust zum Baby. Streichen Sie mit der Brustwarze sanft über die Oberlippe oder Nase des Babys und warten Sie, bis sich der Mund weit öffnet. Dann bewegen Sie das Baby zügig und nah zur Brust. Achten Sie darauf, dass es viel Brustgewebe und nicht nur die Brustwarze erfasst. Ein C-Griff hilft dabei: Der Daumen liegt oberhalb der Brustwarze, die übrigen Finger darunter, mit ausreichend Abstand zum Warzenhof. Drücken Sie die Brust nicht in den Mund. Formen Sie sie nur so, dass das Baby mehr Gewebe erfassen kann.

Wenn das Anlegen schmerzt, lösen Sie den Sog vorsichtig: Schieben Sie einen kleinen Finger in den Mundwinkel des Babys und legen Sie es neu an. Starken Schmerz müssen Sie nicht durchhalten.

Woran Sie gutes Stillen erkennen

Ein gutes Anlegen erkennen Sie an mehreren Zeichen. Der Mund des Babys ist weit geöffnet, die Unterlippe nach außen gestülpt, das Kinn berührt die Brust. Oberhalb des Mundes ist mehr Warzenhof sichtbar als darunter. Die Zunge liegt über der unteren Zahnleiste. Nach den ersten schnellen Zügen wird das Saugen langsamer und tiefer, und Sie hören das Baby schlucken. Gelegentliche Pausen sind normal.

Nach dem Stillen sollte die Brustwarze nicht gequetscht oder stark abgeflacht aussehen. Ein kurzes Ziehen oder Druckgefühl beim Ansaugen kann in den ersten Tagen vorkommen. Laut Deutschem Hebammenverband kann ein Ansaugschmerz in den ersten zwei Wochen etwa 20 bis 30 Sekunden dauern. Wenn der Schmerz länger anhält, während des Trinkens stärker wird oder die Brustwarze verletzt aussieht, stimmt etwas an der Anlegetechnik nicht.

Häufige Schmerzen und ihre Ursachen

Wunde oder rissige Brustwarzen entstehen meist durch eine ungünstige Position oder ein zu flaches Anlegen. Wenn das Baby überwiegend an der Brustwarze saugt, entsteht mehr Druck und Reibung. Auch ein zu großer Abstand zwischen Baby und Brust oder ein nicht weit genug geöffneter Mund belasten die Brustwarze. Weitere Ursachen können ein verkürztes Zungenband, Soor, Hautreizungen oder ein schlecht sitzendes Stillhütchen sein. Lassen Sie in diesem Fall eine Stillmahlzeit von einer Hebamme oder Stillfachkraft beobachten. Oft bringen kleine Korrekturen der Haltung bereits deutliche Entlastung.

Ein Milchstau zeigt sich als druckempfindliche oder verhärtete Stelle, Schwellung, Rötung oder warme Brust. Häufige Auslöser sind längere Stillpausen, unzureichende Entleerung, Stress oder eine sehr hohe Milchproduktion. Stillen Sie dann häufig nach Bedarf, probieren Sie verschiedene Positionen aus, wärmen Sie die Brust kurz vor dem Stillen und kühlen Sie sie danach. Entleeren Sie die Brust vorsichtig, ohne kräftig zu reiben oder zu quetschen. Ruhe und Entlastung helfen zusätzlich.

Wenn zusätzlich Fieber, starke Schmerzen, rote oder harte Stellen und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl auftreten, kann eine Brustentzündung vorliegen. Eine Mastitis bedeutet nicht, dass Sie abstillen müssen. Bei deutlichen Beschwerden oder wenn nach 24 Stunden keine Besserung eintritt, sollten Sie ärztliche Hilfe suchen.

Wann Sie Hilfe holen sollten

Eine Hebamme oder Stillfachkraft ist nicht erst bei einem akuten Problem sinnvoll. Schon das gemeinsame Anschauen einer Stillmahlzeit in den ersten Tagen kann Unsicherheit reduzieren und Problemen vorbeugen. Unterstützung ist besonders sinnvoll, wenn das Baby die Brust wiederholt verliert, wenn Sie Schmerzen haben, die über ein kurzes Ansauggefühl hinausgehen, wenn die Brustwarzen wund oder blutend sind, wenn sie flach oder eingezogen sind, wenn Sie ein Stillhütchen nutzen oder wenn Sie Angst vor dem nächsten Anlegen haben.

Die Kinderarztpraxis ist gefragt, wenn nicht nur die Anlegetechnik, sondern die Gesundheit oder Entwicklung des Babys betroffen sein könnte. Dazu gehören eine auffällige Trinkschwäche, ein sehr schläfriges oder schwer weckbares Baby, deutlich zu wenige nasse Windeln, anhaltender Gewichtsverlust oder fehlende Gewichtszunahme, ausgeprägte Gelbfärbung, wiederholtes Erbrechen, Fieber oder der Verdacht auf Soor. Nach dem Milcheinschuss sind mindestens sechs nasse Windeln pro Tag ein Hinweis auf ausreichende Milchaufnahme. Das Geburtsgewicht wird spätestens nach etwa zehn Tagen wieder erreicht. Diese Werte sollten Sie immer im Gesamtkontext mit der Kinderarztpraxis beurteilen.

Ein verkürztes Zungenband haben etwa 3 bis 5 Prozent der reif geborenen Neugeborenen. Nicht jedes kurze Zungenband verursacht Beschwerden. Entscheidend ist, ob die Zungenbeweglichkeit das Trinken, die Milchentnahme oder die Brustwarze tatsächlich beeinträchtigt. Diese Frage sollten Sie gemeinsam mit Stillfachkraft und ärztlicher Fachperson klären.

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