Stillen und Ernährung des Babys

Beim Stillen und Zufüttern ist entscheidend, dass Ihr Baby gut versorgt ist. Häufiges Trinken ist in den ersten Wochen normal und allein kein Zeichen für zu wenig Milch. Die Gewichtsentwicklung, nasse Windeln und das allgemeine Befinden Ihres Babys helfen einzuschätzen, ob es genug bekommt.

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Beim Stillen nach Bedarf lassen Sie Ihr Baby trinken, wenn es Hungerzeichen zeigt, und richten die Stilldauer nicht nach einem festen Zeitplan. Der Start mit Beikost, also zusätzlicher Nahrung neben Muttermilch oder Säuglingsmilch, fällt in einen passenden Zeitraum; dafür gibt es keinen einzelnen Stichtag.

Wie oft sollte Ihr Baby stillen?

In der ersten Lebenswoche sind Stillabstände von ein bis drei Stunden nicht ungewöhnlich. Später kommen häufig etwa acht bis zwölf Stillmahlzeiten innerhalb von 24 Stunden vor. Diese Werte dienen als Orientierung und geben keinen festen Stundenplan vor. Manche Babys trinken öfter, andere seltener. Besonders abends können sich Mahlzeiten häufen.

Lassen Sie Ihr Baby nach Bedarf trinken. Bei geringer Gewichtszunahme, Trinkschwäche oder Gelbsucht kann die Hebamme oder das Behandlungsteam empfehlen, es zum Trinken zu wecken. Holen Sie sich früh Hilfe, wenn das Anlegen schmerzt oder Ihr Baby Schwierigkeiten beim Trinken hat. Eine Hebamme oder qualifizierte Stillberaterin kann prüfen, ob Stillposition und Anlegen passen.

Woran erkennen Sie, dass Ihr Baby genug trinkt?

Eine einzelne Beobachtung zeigt nicht sicher, ob Ihr Baby genug trinkt; nach Beginn der Milchbildung sind mindestens sechs nasse Windeln mit hellem Urin am Tag ein möglicher Hinweis. Achten Sie auch auf die Gewichtsentwicklung und darauf, wie es Ihrem Baby insgesamt geht. Neugeborene nehmen nach der Geburt zunächst ab; ihr Geburtsgewicht sollten sie spätestens nach zehn Tagen wieder erreicht haben.

Wenn Sie sich wegen der Trinkmenge oder des Gewichts Sorgen machen, lassen Sie das Baby von der Hebamme oder in der Kinderarztpraxis beurteilen. Eine Windelzahl allein ersetzt diese Einschätzung nicht. Bei zunehmenden Brustschmerzen zusammen mit Fieber oder grippeartigen Beschwerden sollten Sie ebenfalls ärztlichen Rat einholen.

Wann beginnt die Beikost?

Die Empfehlungen unterscheiden sich beim Zeitpunkt des Beikoststarts: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, Babys in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich zu stillen und danach geeignete Beikost einzuführen. Nach der deutschen Orientierung beginnt die Beikost frühestens nach den ersten vier Lebensmonaten und spätestens mit Beginn des siebten Monats. Das entspricht einem Zeitfenster vom Beginn des fünften bis zum Beginn des siebten Lebensmonats.

Der Start richtet sich auch nach der Entwicklung Ihres Babys. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Kind bereit ist, besprechen Sie den Zeitpunkt mit der Hebamme oder der Kinderarztpraxis. Frühgeborene Babys sowie Kinder mit Erkrankungen oder Schluckproblemen brauchen eine individuelle Einschätzung.

Wie gelingt der Beikoststart?

Beginnen Sie mit wenigen Teelöffeln fein püriertem Gemüse. Stillen Sie Ihr Baby danach weiter oder geben Sie ihm seine gewohnte Milch. Die Portionen werden nach und nach größer. Anfangs muss der Brei keine Milchmahlzeit vollständig ersetzen.

Ergänzen Sie den Gemüse-Kartoffel-Brei schrittweise um weitere Zutaten. Fleisch liefert Eisen, Fisch kann ebenfalls regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Sie können Brei selbst kochen oder geeignete Fertigprodukte verwenden. Prüfen Sie bei Fertigbreien die Zutatenliste, damit das Essen nicht unnötig viel Salz oder zugesetzten Zucker enthält.

Geben Sie Ihrem Baby Zeit, neue Geschmäcker kennenzulernen. Wenn es den Mund schließt oder den Kopf wegdreht, respektieren Sie das Sättigungszeichen und drängen Sie es nicht. Essmengen und Vorlieben unterscheiden sich von Kind zu Kind.

Was sollten Sie in der Stillzeit essen?

Eine abwechslungsreiche Ernährung bildet eine gute Grundlage. Dazu gehören Gemüse und Obst sowie Vollkornprodukte und Eiweißquellen. Verwenden Sie Jodsalz. Zusätzlich werden während der Stillzeit 100 Mikrogramm Jod pro Tag empfohlen. Bei einer Schilddrüsenerkrankung oder Fragen zur Einnahme fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Als Richtwert gilt: Essen Sie zweimal pro Woche Fisch, davon mindestens einmal fettreichen Meeresfisch. Wenn Sie keinen Fisch essen, besprechen Sie mit einer Fachperson, wie Sie ausreichend DHA, eine Omega-3-Fettsäure, aufnehmen können. Bei veganer Ernährung ist eine qualifizierte Beratung besonders wichtig, damit Nährstoffe, die zu kurz kommen können, ausreichend eingeplant werden.

Sie müssen nicht vorsorglich auf Hülsenfrüchte oder andere bestimmte Lebensmittel verzichten, um Blähungen oder einen wunden Po beim Baby zu verhindern. Trinken Sie, wenn Sie Durst haben; ein Glas Wasser beim Stillen ist praktisch, doch mehr Flüssigkeit steigert die Milchbildung nicht nachweislich. Auch für Milchbildungstees ist eine solche Wirkung nicht belegt.

Säuglingsmilch und Teilstillen

Wenn Sie nicht stillen oder teilweise zufüttern, ist Säuglingsmilchnahrung eine Möglichkeit. Auch Teilstillen ist möglich. Lassen Sie sich bei Fragen zur passenden Nahrung, zum Zufüttern oder zur sicheren Zubereitung in der Kinderarztpraxis beraten. Bei Frühgeburt, Krankheit oder auffälliger Gewichtsentwicklung sollte die Ernährung immer individuell abgestimmt werden.

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