Wenn Ihr Baby viel weint und sich schwer beruhigen lässt, kostet das Kraft. „High Need“ bezeichnet im Alltag ein Baby, das viel Betreuung braucht; es ist keine medizinische Diagnose. Häufiges Weinen und das Bedürfnis nach Nähe bedeuten nicht, dass Sie etwas falsch machen.
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Nutzen Sie ruhige, vertraute Beruhigungsschritte. Wenn Sie merken, dass Ihre Kraft nachlässt, legen Sie Ihr Baby sicher ab und machen Sie eine kurze Pause oder bitten Sie jemanden, die Betreuung zu übernehmen. So bleiben Sie und Ihr Baby sicher, auch wenn das Weinen anhält.
Beruhigen ohne Druck
Prüfen Sie zuerst, ob Ihr Baby Hunger hat oder eine frische Windel braucht. Achten Sie auch darauf, ob es sich unwohl fühlt. Versuchen Sie dann eine vertraute Methode. Sie können Ihr Baby sanft tragen, ruhig mit ihm sprechen oder singen. Auch eine leichte Massage ist möglich. Ein kurzer Spaziergang kann ebenfalls guttun. Beobachten Sie, wie Ihr Baby reagiert, und wechseln Sie nicht hastig von einer Methode zur nächsten. Zu viele Reize können zusätzlich belasten.
Keine einzelne Methode beruhigt jedes Baby zuverlässig. Dass Ihr Kind weiterweint, bedeutet nicht automatisch, dass Sie etwas falsch machen. Babys unterscheiden sich darin, wie viel sie weinen und wie schnell sie sich beruhigen lassen.
Mini-Pausen im Alltag
Schon eine kurze Pause kann Ihnen etwas Abstand verschaffen. Wenn eine andere erwachsene Person da ist, übergeben Sie ihr die Betreuung ausdrücklich. Wenn Sie allein sind und sich überfordert fühlen, legen Sie Ihr Baby an einen sicheren Ort, bevor Sie kurz aus dem Zimmer gehen.
Für ein Baby, das schlafen soll, ist das eigene Bettchen mit fester, ebener Matratze eine sichere Wahl. Legen Sie Ihr Kind auf den Rücken und lassen Sie Kissen, lose Decken und andere Gegenstände aus dem Bettchen. Gehen Sie erst zurück, wenn Sie sich wieder ausreichend gesammelt haben.
Ein paar langsame Atemzüge am offenen Fenster, ein Glas Wasser oder ein kurzer Anruf bei einer vertrauten Person können die Pause füllen. Nutzen Sie sie für etwas, das Ihnen gerade hilft, statt gleichzeitig weiter nach der nächsten Beruhigungsmethode zu suchen. Nutzen Sie die Pause, um kurz Kraft zu sammeln. Kehren Sie zurück oder bitten Sie jemanden um Ablösung, sobald Sie wieder können.
Wechsel klar vereinbaren
Wenn Sie sich die Betreuung teilen, vereinbaren Sie einen einfachen Satz für die Übergabe, zum Beispiel: „Ich brauche jetzt eine Pause. Bitte übernimm.“ Die andere Person übernimmt dann die Verantwortung für das Baby, während Sie Abstand nehmen, etwas trinken oder sich kurz hinsetzen. So müssen Sie in einem angespannten Moment nicht erst aushandeln, wer zuständig ist.
Ein fester Schichtplan passt nicht zu jeder Familie. Entscheidend ist, dass beide wissen, wer gerade betreut und wer sich erholt. Wenn das Baby weiterweint, dürfen Sie später erneut wechseln. Bei Alleinerziehenden oder wenn gerade niemand verfügbar ist, können vertraute Angehörige, Freunde, eine Hebamme oder die Frühen Hilfen Entlastung bieten. Familienpatenschaften und Schreiambulanzen, also Beratungsstellen für Eltern von Babys, die viel weinen, sind weitere Anlaufstellen.
Grenzen ernst nehmen
Wenn Sie merken, dass Sie die Kontrolle verlieren könnten, legen Sie Ihr Baby sicher ab und gehen Sie kurz aus dem Zimmer. Rufen Sie eine vertraute Person an, die sofort unterstützen kann. Schütteln Sie ein Baby niemals. Dabei können schwere, lebensgefährliche Verletzungen entstehen.
Holen Sie ärztlichen Rat ein, wenn Sie sich Sorgen um die Gesundheit Ihres Babys machen, es schlecht trinkt, ungewöhnlich schrill und anhaltend schreit oder schwer krank wirkt. Bei einem sehr jungen Baby ist Fieber ab 38 °C ein Grund, zeitnah medizinische Hilfe zu suchen. Auch wenn Schlafen oder Füttern zum anhaltenden Problem werden oder das vermehrte Schreien nach dem dritten Lebensmonat weitergeht, sprechen Sie mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt. Sie müssen nicht erst eine bestimmte Schreidauer abwarten, wenn Sie sich Sorgen machen.
