Stoffwindeln richtig waschen, trocknen und lagern

Stoffwindeln schonen nicht nur Babys Haut und die Umwelt, sondern sind mittelfristig auch deutlich preiswerter als herkömmliche Fertigwindeln. Dennoch habe ich mich mit der Entscheidung, auf ein modernes Stoffwindelsystem umzusteigen, zunächst sehr schwergetan. Bis heute hält sich hartnäckig die Vorstellung, dass diese Windeln aus Naturfasern sehr viel aufwändiger in der Handhabung seien als die Produkte aus Materialien, die nach Gebrauch einfach in den Müll geschmissen werden. Zum Glück habe ich von meiner besten Freundin ein Starterset geschenkt bekommen, das mich von Gegenteil überzeugt hat. Mit Stoffwindeln geht das Windelwechseln genauso flott von der Hand wie vorher, und auch das Waschen und Trocknen lässt sich problemlos in die Hausarbeit integrieren.

Vor dem Waschen

Bei Stoffwindeln finden viele Eltern insbesondere den Gedanken an das „große Geschäft“ sehr unangenehm. Die Bedenken sind aber völlig unbegründet. Solange Dein Baby noch keine Beikost bekommt, ist der Stuhlgang noch sehr weich und riecht zudem kaum. Kleine Mengen müssen gar nicht entfernt werden, sondern können in der Windel verbleiben, da sie sich beim Waschen rückstandslos auflösen. Falls es doch einmal etwas mehr sein sollte oder die nächste Wäsche erst in ein paar Tagen fällig ist, kannst Du den Milchstuhl aber auch grob mit der Duschbrause ausspülen. Sobald Dein Baby feste Nahrung zu sich nimmt, wird auch der Stuhlgang fester und vor allem geruchsintensiver. Deshalb ist es wichtig, ihn aus der Windel zu entfernen. Am einfachsten geht das, wenn Du ein wegwerfbares Windelvlies verwendest.

Gelagert werden die benutzten Stoffwindeln genauso wie Wegwerfwindeln am besten in einem nur locker schließenden Windeleimer. Je mehr Sauerstoff an den Urin gelangt, desto weniger Geruch kann sich entwickeln. Bevor Du die Windeln in den Eimer legst, solltest Du nur darauf achten, dass die Klettverschlüsse geschlossen sind, weil sich sonst die Stoffwindeln beim Waschen miteinander verknoten. Damit Du dieschmutzigen Windeln beim Herausnehmen nicht anfassen musst, kannst Du den Windeleimer mit einem Wäschenetz versehen. Mit dessen Hilfe lassen sich Windeln direkt in die Waschmaschine befördern. Alternativ zu einer Wäschetonne gibt es auch Wetbags genannte atmungsaktive Beutel, die einfach an der Wickelkommode aufgehängt werden können und sogar in die Wickeltasche für unterwegs passen.

So werden Stoffwindeln sauber und trocken

Damit es nicht doch anfängt, unangenehm zu riechen und Du auch nicht allzu große Windelvorräte anschaffen musst, empfiehlt es sich, ein bis zwei Waschgänge pro Woche einzuplanen. Dabei solltest Du das Waschprogramm zu verwenden, das Du im Normalfall für Koch- oder Buntwäsche nutzt. Ein Öko- oder Sparprogramm eignet sich leider nicht, da die Wassertemperatur und die Wassermenge dabei meist nicht ausreichen. Falls die Windeln stark verschmutzt sind, solltest Du sogar ein zusätzliches Vorwaschprogramm einschalten. Die Temperatur, bei der sich die Stoffwindeln waschen lassen, ist vom Material abhängig.

Während manche Einlagen sogar mit 95°gewaschen werden können, wird für eigentlichen Windeln meist 60° empfohlen. Überhosen vertragen dagegen nur 40°, und gestrickte Wollüberhosen sollten sogar in kaltem Wasser gereinigt werden. Bis auf die Letztgenannten ist alles trocknertauglich. Stoffwindeln trocknen aber auch sehr schnell und umweltfreundlich an der Leine.

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