Vorsorge in der Schwangerschaft

Bei den Vorsorgeuntersuchungen kontrolliert eine Hebamme oder Ärztin bzw. ein Arzt den Verlauf Ihrer Schwangerschaft und bespricht Ihre Fragen und Beschwerden. Dazu gehören regelmäßige Kontrollen und Blut- und Urintests. Außerdem sind drei Ultraschalluntersuchungen vorgesehen. Mit diesen Untersuchungen lassen sich bestimmte Risiken und Auffälligkeiten früh erkennen. Sie verhindern oder erkennen aber nicht jede Komplikation.

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Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft liegen die Termine anfangs meist etwa vier Wochen auseinander und rücken gegen Ende enger zusammen. Welche Untersuchungen anstehen, hängt auch von Ihrer Gesundheit und bisherigen Befunden ab.

Wann die Vorsorgetermine stattfinden

Die erste Vorsorge sollte möglichst früh nach Feststellung der Schwangerschaft stattfinden. Dabei fragt die Fachkraft nach Ihrer Krankengeschichte und Ihren Lebensumständen, untersucht Sie und ordnet erste Tests an. Dazu gehört auch ein Urintest auf Chlamydien.

Danach stehen üblicherweise etwa alle vier Wochen Kontrollen an. In den letzten beiden Schwangerschaftsmonaten sind meist zwei Termine pro Monat vorgesehen. Bei Beschwerden, besonderen Risiken oder auffälligen Befunden vereinbart die Praxis oder Hebamme zusätzliche Termine.

Die Schwangerschaftswoche wird oft mit zwei Zahlen angegeben. Die erste Zahl nennt die vollendeten Wochen, die zweite die zusätzlichen Tage. Für die drei regulären Ultraschalluntersuchungen gelten diese Zeitfenster:

Untersuchung Zeitraum Worum es geht
Erster Ultraschall 8+0 bis 11+6 Schwangerschaft datieren, Entwicklung prüfen und feststellen, ob Mehrlinge erwartet werden
Zweiter Ultraschall 18+0 bis 21+6 Entwicklung beurteilen; Sie können zwischen einer Basisuntersuchung und einer erweiterten Basisuntersuchung wählen
Dritter Ultraschall 28+0 bis 31+6 Wachstum und Entwicklung erneut beurteilen

Bei der erweiterten Basisuntersuchung beim zweiten Ultraschall prüft die Ärztin oder der Arzt bestimmte Körperstrukturen der Reihe nach. Sie schließt nicht jede mögliche Erkrankung aus. Wenn ein Befund weitere Abklärung erfordert, bespricht die ärztliche Fachkraft mit Ihnen die nächsten Schritte. Auch zusätzliche Ultraschalluntersuchungen sind möglich, wenn sie medizinisch angezeigt sind.

Was bei den Vorsorgekontrollen geprüft wird

Bei den regelmäßigen Terminen werden unter anderem Blutdruck, Gewicht und Urin kontrolliert. Die Fachkraft misst außerdem das Wachstum der Gebärmutter und überprüft die Herztöne des Kindes. Später gehört auch die Lage des Kindes zu den Kontrollen.

Zu Beginn wird der Hämoglobinwert im Blut bestimmt. Ist der erste Wert unauffällig, wird er üblicherweise ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat erneut kontrolliert. Blutgruppen- und Antikörpertests sowie Untersuchungen auf bestimmte Infektionen gehören ebenfalls zu den frühen Kontrollen. Ein HIV-Test wird angeboten, ist aber freiwillig und setzt Ihre Einwilligung voraus.

Im Mutterpass stehen wichtige Angaben zu Ihrer Gesundheit, zum Verlauf der Schwangerschaft und zu Untersuchungsergebnissen. Nehmen Sie ihn zu Terminen und zur Geburt mit. Bei unklaren Abkürzungen oder Befunden erklärt Ihnen Ihre Hebamme oder ärztliche Fachkraft, was sie für Ihre Betreuung bedeuten.

Der Test auf Schwangerschaftsdiabetes

Im späteren Verlauf der Schwangerschaft wird ein Test auf Schwangerschaftsdiabetes angeboten, bei dem Sie zunächst eine Lösung mit 50 Gramm Traubenzucker trinken. Für diesen ersten Test müssen Sie vorher nicht auf Essen verzichten. Eine Stunde später wird der Blutzucker gemessen.

Liegt der Wert zwischen 135 und 200 mg/dl, folgt ein ausführlicherer Test mit 75 Gramm Traubenzucker. Dafür müssen Sie mindestens acht Stunden vorher nichts essen. Das Blut wird dreimal gemessen: zunächst nüchtern, dann nach einer Stunde und nach zwei Stunden. Der Grenzwert liegt nüchtern bei 92 mg/dl, nach einer Stunde bei 180 mg/dl und nach zwei Stunden bei 153 mg/dl. Erreicht oder überschreitet mindestens ein Messwert den jeweiligen Grenzwert, folgt eine weitere Betreuung. Der erste Test allein stellt noch keine Diagnose.

Welche Untersuchungen zusätzlich infrage kommen

Zusätzliche Tests gehören nicht zur regulären Vorsorge. Dazu zählen zum Beispiel Untersuchungen auf Toxoplasmose sowie bestimmte vorgeburtliche Tests. Ob eine Untersuchung medizinisch sinnvoll ist und ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt, hängt vom konkreten Test und Ihrer Situation ab. Fragen Sie vorab, welchem Zweck die Untersuchung dient und welche Kosten entstehen.

Der nicht invasive Pränataltest, kurz NIPT, untersucht das Blut der Schwangeren auf Hinweise auf die Trisomien 13, 18 und 21. Bei einer Trisomie liegt ein bestimmtes Chromosom dreifach statt zweifach vor. Ein auffälliges Ergebnis bestätigt die Diagnose nicht. Dafür kann eine weitere Untersuchung nötig sein. Der Test prüft außerdem nicht allgemein, ob das Kind gesund ist. Lassen Sie sich vor der Entscheidung erklären, welche Ergebnisse möglich sind und welche Folgen eine weitere Abklärung hätte.

Sie entscheiden, ob Sie angebotene Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen. Lassen Sie sich vorab verständlich über Nutzen, Grenzen und mögliche nächste Schritte eines Tests informieren.

Hebamme oder ärztliche Fachkraft?

Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft können Hebammen und Ärztinnen oder Ärzte fast alle regulären Vorsorgekontrollen durchführen und im Mutterpass dokumentieren. Für Ultraschalluntersuchungen ist eine Ärztin oder ein Arzt erforderlich. Wenn Beschwerden, Risiken oder auffällige Befunde auftreten, kann eine ärztliche Betreuung zusätzlich nötig sein.

Klären Sie zu Beginn, wer welche Termine übernimmt und wie die betreuenden Fachkräfte ihre Befunde austauschen. So behalten Sie den Überblick, auch wenn Sie Hebammen- und Arzttermine kombinieren.

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