Warum werde ich nicht schwanger?

Vor einigen Tagen erreichte mich die Nachricht, dass eine Kollegin schwanger ist. Na endlich, war mein erster Gedanke. Ich bin sicher, dass sie schon lange darauf gewartet hat. Ihre beste Freundin hatte kürzlich schon ihr zweites Kind zur Welt gebracht, und im Umfeld gab es weitere „Vorbilder“. Woran kann es liegen, dass manche Paare sehr schnell Nachwuchs bekommen, aber bei rund 15 % der Kinderwunsch unerfüllt bleibt?

Ein Jahr Wartezeit ist normal

Zunächst einmal darf ich euch beruhigen. Schwanger wird man nicht auf Knopfdruck, und es gibt auch keinen Grund, direkt einen Arzt aufzusuchen. Aber ihr könnt eure Chancen verbessern, wenn ihr ein paar typische Hürden aus dem Weg räumt.

Mögliche medizinische Gründe solltet ihr frühzeitig abklären lassen, wenn Risiken oder Vorerkrankungen bekannt sind. Das sind zum Beispiel Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, Diabetes, Bluthochdruck und beim Mann ein Hodenhochstand.

Eine sehr häufige Ursache für die ausbleibende Schwangerschaft ist Endometriose. Von dieser gutartigen Wucherung der Gebärmutterschleimhaut sind knapp 30 % der Frauen betroffen, aber sie wissen nichts davon, weil sie keine Beschwerden verursacht und deshalb auch nicht diagnostiziert wird. Die Empfängnis wird durch Endometriose aber erheblich behindert.
Ohne besondere Umstände ist ein Arztbesuch mit der gezielten Frage „Warum werde ich nicht schwanger?“ nach etwa einem Jahr vergeblichen Probierens angeraten, bei Paaren jenseits der dreißig gern auch früher.

Das könnt ihr selbst tun

Sex ist kein Leistungssport mit dem Ziel, ein Kind zu zeugen. Bei Stress schüttet der Körper das Hormon Cortisol aus, und das wirkt empfängnisverhütend. Setzt euch also nicht selbst unter Druck, und lasst auch nicht zu, dass Menschen in eurer Umgebung bewusst oder unbewusst eine Erwartungshaltung erzeugen („Wann bekommen wir denn ein Enkelchen?“). Zugegeben, das ist leichter gesagt als getan. Woran denkst du, wenn ich dir sage, denke nicht an einen rosa Elefanten? Eben, und genauso ist es auch mit der ausbleibenden Schwangerschaft. Vielen Paaren – und zwar beiden Teilen – helfen spezielle Yoga-Übungen. Neben Stressabbau geht es auch um eine Optimierung des Hormonhaushalts und eine positive Beeinflussung des Eisprungs. Ganz nebenbei werden auch Menstruationsbeschwerden gelindert. Beim Mann kann Yoga zu einer verbesserten Qualität (höhere Anzahl und Beweglichkeit) der Spermien führen.

Lebensstil überprüfen

Rauchen, Alkohol und erst recht Drogen sollten bei einer geplanten Schwangerschaft ohnehin tabu sein. Richtige Ernährung und ausreichend Bewegung beeinflussen die Fruchtbarkeit positiv. Hast du dein Idealgewicht, bestehen bessere Chancen auf einen geordneten Hormonhaushalt und einen regelmäßigen Eisprung. Dadurch lassen sich auch die fruchtbaren Tage besser voraussagen. Aber bitte – siehe oben –, lass dir nicht von einer Zyklus-App den Sex verordnen!

Bild: Bigstockphoto.com / HighwayStarz

Marianne

Marianne ist leidenschaftliche Mama und Bloggerin und berät online wie offline Familien rund um Erziehung, Ernährung & Partnerschaft. Auf familien-frage.de gibt sie Ihre Geheimnisse preis und bloggt über Alltägliches. Marianne ist außerdem die redaktionelle Leiterin von Familien-Frage.