Aktiv zuhören mit Kindern

Kommt ein Kind weinend nach Hause und sagt, niemand habe mit ihm gespielt, raten viele Erwachsene schnell: Such dir morgen jemand anderen. Doch das Kind braucht in diesem Moment zuerst Verständnis, keine Lösung.

Angebot
Creative Sound Blaster Tactic3D Rage Wireless V2.0 Gaming Headset für PC, Mac und PS4, schwarz
  • Hervorragender kabelloser Sound für Ihre Spiele; Dank Scout Mode hören Sie Ihre Gegner, bevor Sie von ihnen gehört werden
  • Funktioniert mit PS4, PC und Mac
  • Akkulaufzeit bis zu 16 Stunden. Frequenzumfang des Headsets: 20Hz ~ 20kHz
  • Kopfhörer: 50-mm-Treiber mit Neodym-Magneten; Beleuchtete Ohrmuschel; Abnehmbares Kondensatormikrofon mit Geräuschunterdrückung
  • Lieferumfang: Gaming Headset

Aktives Zuhören dreht diese Reihenfolge um: erst verstehen, dann bewerten, beraten oder Grenzen setzen. Sie geben dem Kind ungeteilte Aufmerksamkeit, spiegeln seine Aussagen in eigenen Worten und benennen vorsichtig, welches Gefühl Sie vermuten.

Was aktives Zuhören bedeutet

Aktives Zuhören ist eine Haltung, die sich in einigen Verhaltensweisen zeigt. Sie müssen diese nicht in jedem Gespräch wie eine feste Technik abspulen. Sie unterbrechen andere Tätigkeiten, wenden sich dem Kind zu und gehen auf seine Augenhöhe. Blickkontakt bieten Sie an, ohne das Kind dazu zu zwingen. Sie lassen das Kind ausreden und geben erst danach in eigenen Worten zurück, was Sie verstanden haben. Dabei benennen Sie vorsichtig, welches Gefühl Sie hinter der Aussage vermuten.

Ein Kind sagt: Alle durften mitspielen, nur ich nicht. Eine ungünstige Antwort wäre: Dann spiel beim nächsten Mal einfach mit. Eine bessere Antwort lautet: Du wolltest dazugehören, und jetzt fühlst du dich ausgeschlossen. Danach können Sie fragen: Willst du erzählen, wie es dazu gekommen ist, oder sollen wir gemeinsam überlegen, was du morgen sagen könntest?

Die Rückmeldung muss nicht wortwörtlich wiederholen, was das Kind gesagt hat. Sie darf kürzer oder sprachlich korrigiert sein, sollte aber inhaltlich nah an der Aussage bleiben. Wichtig ist, dass Sie eine Vermutung äußern und dem Kind die Möglichkeit geben, zu korrigieren.

Die häufigsten Gesprächsfehler

Kindliche Gefühle kleinzureden ist ein verbreiteter Fehler. Sätze wie Das ist doch nicht schlimm oder Du musst doch nicht weinen vermitteln dem Kind, dass seine Reaktion falsch oder übertrieben ist. Besser ist es, das Gefühl des Kindes anzuerkennen: Für dich ist das gerade richtig schlimm oder Du bist enttäuscht, weil der Ausflug abgesagt wurde. Sie müssen dabei nicht behaupten, dass die Situation objektiv dramatisch ist. Es reicht, die Bedeutung für das Kind ernst zu nehmen.

Sofort Lösungen anzubieten ist ein zweiter häufiger Fehler. Wenn das Kind von einem Streit mit Freunden erzählt, kommen schnell Ratschläge wie Dann geh morgen einfach zu einem anderen Kind. Solche Antworten drängen das Kind in die Defensive und nehmen ihm die Gelegenheit, selbst nachzudenken. Besser ist es, erst zu spiegeln: Du bist also heute nicht mitspielen gelassen worden. Das hat dich verletzt. Möchtest du erst erzählen oder sollen wir schon überlegen, was du tun kannst? Der Rat ist damit nicht ausgeschlossen, er kommt nur später.

Manche Erwachsene drängen Kinder mit Fragen zum Reden: Was ist denn jetzt schon wieder? Erzähl doch endlich. Kinder unterscheiden sich darin, wie schnell sie über Erlebnisse sprechen. Zeigen Sie stattdessen, dass Sie zuhören wollen, und lassen Sie dem Kind Zeit: Ich sehe, dass dich etwas beschäftigt. Ich bin da. Du kannst mir erzählen, wenn du bereit bist. Bei älteren Kindern kann es hilfreicher sein, nebeneinander zu sitzen oder gemeinsam zu gehen, statt ein offizielles Gespräch anzukündigen.

Eine Gefühlsvermutung ist ein Angebot, keine Diagnose. Wenn Sie sagen Du bist nur neidisch, bleibt dem Kind wenig Raum, zu widersprechen. Besser sind offene Formulierungen: Du wirkst gerade traurig, oder bist du eher wütend? Es sieht so aus, als hätte dich das erschreckt. Stimmt das? Wenn das Kind widerspricht, ist das kein Scheitern. Es liefert zusätzliche Informationen.

Während des Zuhörens nebenbei weiterzumachen ist ein weiterer Fehler. Wenn Sie auf das Handy schauen oder kochen, während das Kind erzählt, merkt es, dass Sie nicht wirklich bei der Sache sind. Besser ist es, andere Tätigkeiten kurz zu unterbrechen: Ich stelle kurz den Timer aus und höre dir zu. Wenn Sie gerade nicht zuhören können, sagen Sie das ehrlich und verschieben Sie das Gespräch. Das ist besser, als nur halb zuzuhören: Ich bin in fünf Minuten bei dir.

Gefühle anerkennen, Grenzen setzen

Aktives Zuhören bedeutet nicht, jedes Verhalten gutzuheißen. Gefühle dürfen da sein, während verletzendes oder gefährliches Verhalten weiterhin begrenzt wird. Ein Kind, das seinen Bruder schlägt, weil dieser das Spielzeug genommen hat, braucht beides: Verständnis für die Wut und eine klare Grenze für das Schlagen.

Eine mögliche Reaktion: Du bist richtig wütend, weil dein Bruder das Spielzeug genommen hat. Ich lasse aber nicht zu, dass du ihn schlägst. Wir finden jetzt heraus, wie ihr beide damit spielen könnt. Das Gefühl wird anerkannt, das Verhalten bekommt eine Grenze, und danach folgt eine Lösung.

Bei starken Gefühlen ist es oft sinnvoll, das Kind zuerst zu beruhigen und ihm das Gefühl zu geben, angenommen zu sein. Lösungen besprechen Sie später. Ein Kind im Wutanfall kann lange Erklärungen noch nicht aufnehmen. Es braucht zunächst Sicherheit und das Gefühl, verstanden zu werden. Manchmal ist stilles Dabeisitzen die passendste Form des Zuhörens. Ein Kind, das gerade weint, braucht vielleicht zunächst Nähe, Ruhe oder praktische Hilfe. Langes Reden über Gefühle kann in diesem Moment überfordern.

Wenn die Vermutung danebenliegt

Sie werden nicht immer richtig liegen, wenn Sie ein Gefühl benennen. Das ist kein Problem. Aktives Zuhören lebt davon, dass das Kind korrigieren darf. Wenn Sie sagen Ich dachte, du bist traurig, und das Kind antwortet Nein, ich bin wütend, dann haben Sie etwas gelernt. Eine gute Antwort lautet: Danke, dass du es mir sagst. Dann weiß ich besser, was los ist.

Eltern müssen nicht perfekt zuhören. Sie können Missverständnisse korrigieren und einen neuen Versuch machen. Wichtiger als eine perfekte Formulierung ist, dass das Kind spürt, dass Sie sich bemühen, es zu verstehen.

familien-frage.de