Kindesentwicklung in der Schwangerschaft

Die Entwicklung folgt einer groben Reihenfolge, verläuft aber nicht in jeder Schwangerschaft nach demselben Wochenplan. Die Schwangerschaftswochen zählen ab dem ersten Tag der letzten Periode. Da die Befruchtung meist etwa zwei Wochen später stattfindet, ist ein Kind in der 12. Schwangerschaftswoche häufig erst rund zehn Wochen seit der Befruchtung entwickelt.

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Größenangaben und Entwicklungsschritte dienen der Orientierung, nicht als Sollwerte. Für Ihre persönliche Einschätzung sind die ärztliche Datierung und die Befunde im Mutterpass entscheidend.

So werden die Wochen gezählt

In der Geburtshilfe zählt man rund 40 Wochen oder 280 Tage ab dem ersten Tag der letzten Periode. Das bedeutet, dass die ersten beiden gezählten Wochen meist vor der Befruchtung liegen. Wenn eine App ein anderes Entwicklungsalter angibt als Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, rechnen sie möglicherweise ab unterschiedlichen Zeitpunkten.

Der errechnete Geburtstermin ist ein Richtwert. Er beschreibt den voraussichtlichen Zeitpunkt, nicht den tatsächlichen Geburtstag. Lassen Sie sich bei Unklarheiten erklären, auf welchem Datum die Datierung beruht; maßgeblich ist die Angabe, die Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder Ihre Hebamme für die Betreuung verwendet.

Von der Einnistung zu den Organanlagen

In den ersten Wochen nach der Befruchtung teilt sich die befruchtete Eizelle und wandert durch den Eileiter in die Gebärmutter. Dort nistet sie sich ein. Aus den Zellen entwickeln sich der Embryo und frühe Strukturen, die ihn versorgen und schützen, darunter Fruchtblase und Plazenta.

In den folgenden Wochen entstehen wichtige Organanlagen. Das frühe Herz und der Blutkreislauf entstehen. Auch Gesicht und Ohren beginnen sich zu entwickeln. Arme und Beine entwickeln sich weiter. Diese Schritte passieren in einer bestimmten Reihenfolge, ihr genauer Zeitpunkt kann jedoch variieren.

Wachstum und erste Bewegungen

Später reifen Organe und Sinnesorgane. Knochengewebe bildet sich, und das Nervensystem entwickelt sich weiter. Die Bewegungen werden koordinierter. Einige Schwangere spüren sie im zweiten Schwangerschaftsdrittel erstmals, andere nehmen sie später wahr. Wann Sie die ersten Bewegungen spüren, sagt nicht aus, wie sich das Kind entwickelt.

Mit zunehmender Schwangerschaft wachsen Körper und Gewicht des Kindes. Gegen Ende der Schwangerschaft reifen unter anderem die Lunge und ihre Funktion für die Atmung weiter. Viele Kinder drehen sich mit dem Kopf nach unten, aber nicht alle tun das zum gleichen Zeitpunkt.

Größenangaben hängen auch davon ab, wie gemessen wird. Die Scheitel-Steiß-Länge misst den Körper vom Kopf bis zum Steiß, während die Scheitel-Fersen-Länge die Beine einschließt. Deshalb können Tabellen für dieselbe Schwangerschaftswoche unterschiedliche Werte zeigen. Als grobe Orientierung nennt das BIÖG für Neugeborene etwa 48 bis 54 Zentimeter. Ein einzelner Messwert stellt keine Diagnose dar. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt beurteilt ihn zusammen mit den übrigen Befunden.

Veränderungen beim schwangeren Körper

Müdigkeit, Übelkeit und Brustspannen gehören zu den möglichen frühen Beschwerden. Später kommen bei manchen Schwangeren zum Beispiel Rückenschmerzen oder Sodbrennen hinzu. Wie stark die Beschwerden sind, ist von Person zu Person verschieden.

Beschwerden allein belegen weder eine normale Entwicklung noch ein Problem; wenige oder ausbleibende Symptome erlauben ebenfalls keine verlässliche Einschätzung des Entwicklungsstands. Besprechen Sie neue oder belastende Beschwerden mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme.

Was Ultraschall in der Vorsorge zeigt

In Deutschland gehören für gesetzlich Versicherte ohne besondere Risikoeinstufung drei Basis-Ultraschalluntersuchungen zum Vorsorgeangebot: in der 9. bis 12., 19. bis 22. und 29. bis 32. Schwangerschaftswoche. Je nach Untersuchung beurteilt die Ärztin oder der Arzt zum Beispiel Wachstum, Lage des Kindes, Herzschlag, Plazenta und Fruchtwassermenge.

Ultraschall liefert wichtige Informationen, prüft aber nicht jede mögliche Erkrankung. Ein unauffälliger Befund schließt nicht alle Erkrankungen aus. Ein auffälliger Befund bedeutet nicht automatisch, dass eine Erkrankung vorliegt. Die Untersuchungen sind freiwillig. Lassen Sie sich vorher erklären, was eine Untersuchung erkennen kann, wo ihre Grenzen liegen und was bei einem auffälligen Befund als Nächstes passieren würde.

Notieren Sie Ihre Fragen und bitten Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Hebamme, die Befunde im Mutterpass zu erklären. Wenn Sie einen Messwert aus einer App oder einer Tabelle mit einem Ultraschallbefund vergleichen, prüfen Sie zuerst, ob beide dieselbe Schwangerschaftswoche und dieselbe Messart verwenden.

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