Fieber nach Impfung beim Baby: Was ist noch üblich?

Nach einer Impfung geht das Fieber bei Babys meist innerhalb von ein bis zwei Tagen zurück. Übliche Impfreaktionen können bis zu drei Tage dauern. Dabei sind auch das Alter und der Zustand Ihres Babys wichtig.

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Bei Babys unter drei Monaten muss eine Ärztin oder ein Arzt eine rektal gemessene Temperatur ab 38 °C beurteilen, auch nach einer Impfung. Bei älteren Babys achten Sie neben der Temperatur darauf, ob Ihr Baby trinkt und wach ist. Prüfen Sie außerdem, ob es normal atmet.

Welche Impfreaktionen beim Baby auftreten

Nach einer Impfung kann Ihr Baby Fieber bekommen, unruhig oder müde sein. Die Einstichstelle kann rot, geschwollen oder schmerzhaft sein. Solche Reaktionen klingen meist nach wenigen Tagen ab. Wie häufig sie auftreten, hängt vom Impfstoff ab.

Nach der Masern-Mumps-Röteln-Impfung kann Fieber erst einige Tage später auftreten, meist zwischen dem siebten und zwölften Tag. Das RKI beschreibt diese Reaktion bei etwa 5 bis 15 Prozent der Geimpften; das Fieber hält meist ein bis zwei Tage an. Auch ein leichter Ausschlag kann auftreten. Dieser spätere Verlauf gilt speziell für diese Impfung.

Die STIKO nennt rektal gemessenes Fieber unter 39,5 °C, das ein bis drei Tage anhält, als mögliche übliche Impfreaktion. Das ist eine allgemeine Orientierung, aber keine Entwarnung für jedes Baby. Bei Kindern unter drei Monaten gilt die niedrigere Grenze von 38 °C.

So beobachten Sie Ihr Baby

Messen Sie die Temperatur bei einem Säugling möglichst rektal, also mit einem Thermometer im After. Notieren Sie den Zeitpunkt der Impfung und des Fieberbeginns sowie die gemessene Höhe und die Messmethode. Mit einer Messung an Stirn oder Achsel können Sie die Temperatur bei Säuglingen nicht zuverlässig einschätzen.

Achten Sie auch darauf, ob Ihr Baby trinkt oder gestillt werden kann, wie viele nasse Windeln es hat und ob es auf Sie reagiert. Wichtig ist, ob Ihr Baby zwischendurch schläft, sich beruhigen lässt und ausreichend trinkt. Wenn es kaum reagiert oder die Nahrung verweigert, halten Sie das ebenfalls fest. Notieren Sie auch zusätzliche Beschwerden wie Erbrechen, Durchfall, Ausschlag oder Atemprobleme.

Sorgen Sie für Ruhe und Nähe und bieten Sie Ihrem Baby regelmäßig etwas zu trinken an. Ziehen Sie es nicht unnötig aus und versuchen Sie nicht, es stark abzukühlen. Geben Sie Fiebermittel nicht vorsorglich. Wenn Ihr Baby sichtbar leidet, fragen Sie eine Ärztin, einen Arzt oder eine Apotheke nach einem Mittel, das für sein Alter und Gewicht geeignet ist. Für die Impfung gegen Meningokokken B mit Bexsero empfiehlt die STIKO Kindern unter zwei Jahren vorbeugend Paracetamol nach den konkreten Empfehlungen. Diese Besonderheit gilt nicht für Impfungen allgemein.

Wann Ihr Baby mit Fieber ärztlich untersucht werden muss

Bei einem Baby unter drei Monaten wenden Sie sich ab 38 °C rektal an eine Ärztin oder einen Arzt. Das gilt auch, wenn die Temperatur nach einer Impfung auftritt. Lassen Sie Ihr Baby auch ärztlich untersuchen, wenn es ungewöhnlich schlapp wirkt, schlecht trinkt oder sich deutlich anders verhält als sonst.

Bei älteren Babys unter zwei Jahren empfiehlt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit ärztlichen Rat, wenn das Fieber länger als einen Tag anhält. Die STIKO nennt bis zu drei Tage als mögliche Dauer einer üblichen Impfreaktion. Damit beschreibt sie mögliche Impfreaktionen; bei längerem Fieber rät das Bundesinstitut zu einer ärztlichen Einschätzung. Wenden Sie sich früher an eine Praxis, wenn es Ihrem Baby schlechter geht oder Sie sich Sorgen machen.

Auch unabhängig von der Impfung kann eine Infektion beginnen und Fieber auslösen. Dass das Fieber nach der Impfung auftritt, zeigt allein nicht sicher, woher es kommt. Wenn Ihr Baby zusätzliche Beschwerden entwickelt oder das Fieber ungewöhnlich spät auftritt, lassen Sie es ärztlich untersuchen.

Wann Sie sofort Hilfe holen sollten

Rufen Sie bei schwerer Atemnot, einer Bewusstseinsstörung oder einem Krampfanfall den Notruf 112. Außerhalb der Öffnungszeiten der kinderärztlichen Praxis erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

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