Künstliche Befruchtung: Die wichtigsten Schritte

Bei einer künstlichen Befruchtung unterstützt die Klinik eine Schwangerschaft medizinisch. Bei IVF und ICSI entnimmt die Klinik Eizellen, befruchtet sie im Labor und setzt später einen Embryo in die Gebärmutter ein. Ein Behandlungszyklus endet nicht immer damit, dass die Klinik einen Embryo einsetzt (Embryotransfer) oder eine Schwangerschaft entsteht.

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Welche Behandlung infrage kommt, hängt unter anderem von der Ursache des unerfüllten Kinderwunschs und den Untersuchungsergebnissen ab. Bei einer Insemination bringt die Klinik aufbereitete Spermien in die Gebärmutter ein; die Befruchtung findet im Körper statt.

Behandlung und Plan festlegen

Vor dem Start bespricht die Kinderwunschklinik mit Ihnen die Untersuchungsergebnisse und den möglichen Behandlungsweg. Dazu gehören auch Fragen zum zeitlichen Ablauf, zu Medikamenten und zu den nächsten Entscheidungen. Die Klinik entscheidet anhand Ihrer persönlichen Situation, welche Untersuchungen nötig sind.

Bei einer IVF kommen Eizellen und Spermien im Labor zusammen. Die Spermien befruchten die Eizelle dabei selbst. Bei einer ICSI bringt eine Fachkraft ein einzelnes Spermium mit einer feinen Nadel direkt in eine Eizelle ein. Bei beiden Verfahren entnimmt die Klinik Eizellen. Nur die Art der Befruchtung unterscheidet sich.

Eizellen heranreifen lassen

Bei IVF und ICSI regen Hormone die Eierstöcke an, mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen zu lassen. Während dieser Behandlung kontrolliert die Klinik die Entwicklung der Eibläschen mit Ultraschall und Blutuntersuchungen. So entscheidet die Klinik, wann die Behandlung weitergeht.

Dauer und Ablauf hängen vom Behandlungsplan ab. Bei einem IVF-Ablauf dauert die tägliche Hormonbehandlung ungefähr elf Tage; bei bestimmten Behandlungsplänen beginnt sie später. Diese Angabe ist eine Orientierung und kein allgemeiner Zeitplan. Folgen Sie bei Medikamenten und Terminen den konkreten Anweisungen Ihrer Klinik.

Eizellen entnehmen

Sind die Eizellen ausreichend herangereift, löst eine Hormonspritze den letzten Reifungsschritt aus. Kurz danach entnimmt die Klinik die Eizellen mit einer feinen Nadel aus den Eibläschen. Die Nadel wird normalerweise durch die Scheide geführt.

Die Klinik braucht außerdem eine Spermaprobe. Je nach Behandlungsplan stammt sie vom selben Tag oder wurde zuvor eingefroren. Die Klinik erklärt Ihnen, wie Sie sich auf den Termin vorbereiten.

Eizellen im Labor befruchten

Bei der IVF bringt das Labor Eizellen und Spermien in einer Nährflüssigkeit zusammen. Bei der ICSI wird jeweils ein einzelnes Spermium direkt in eine Eizelle eingebracht. Danach prüft das Labor, ob eine Befruchtung stattgefunden hat, und beobachtet, wie sich die befruchteten Eizellen weiterentwickeln.

Manche entnommenen Eizellen bleiben unbefruchtet, und manche befruchteten Eizellen entwickeln sich nicht bis zu einem Embryo weiter. Deshalb weiß die Klinik vor dem Transfer, wie viele Embryonen sich dafür eignen.

Embryo einsetzen oder einfrieren

Ein Embryo kann wenige Tage nach der Eizellentnahme in die Gebärmutter eingesetzt werden. Dieser Schritt heißt Embryotransfer. Der Embryotransfer führt nicht in jedem Fall zu einer Schwangerschaft; manche Behandlungszyklen kommen gar nicht bis zu diesem Schritt.

Die Klinik kann weitere geeignete Embryonen oder befruchtete Eizellen unter bestimmten Voraussetzungen tiefgefrieren und später verwenden. Für einen späteren Transfer muss sie Sie in der Regel nicht erneut mit Hormonen behandeln und Eizellen entnehmen. Wie viele Embryonen eingesetzt werden, besprechen Sie mit der Klinik. Die Klinik setzt häufig nur einen Embryo ein, weil mehrere Embryonen das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft erhöhen.

Schwangerschaft prüfen

Nach dem Transfer zeigt ein Bluttest, ob eine Schwangerschaft eingetreten ist. Mit einem späteren Ultraschall prüft die Klinik, ob sich die Schwangerschaft in der Gebärmutter entwickelt. Den Zeitpunkt für den Test legt die Klinik anhand Ihres Behandlungsplans fest.

Ein positives Testergebnis zeigt noch nicht, wie sich die Schwangerschaft weiterentwickelt. Besprechen Sie mit der Klinik, welche Kontrollen vorgesehen sind und an wen Sie sich bei Beschwerden wenden.

Belastung und Erfolgsaussichten

Für die Behandlung sind mehrere Termine nötig; die Klinik stimmt die Medikamente genau auf Ihren Behandlungsplan ab. Hormonpräparate können Beschwerden wie Hitzewallungen, Schwindel, Stimmungsschwankungen oder Übelkeit auslösen. Das ovarielle Überstimulationssyndrom ist eine seltene, schwere Reaktion der Eierstöcke auf Hormone. Bei starken oder plötzlich auftretenden Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Klinik.

Eine künstliche Befruchtung führt nicht zwangsläufig zu einer Schwangerschaft. Das Deutsche IVF-Register gibt für 2024 eine Schwangerschaftsrate pro Embryotransfer von 30,5 Prozent bei frischen und 31,5 Prozent bei aufgetauten Embryonen an. Auch eine Schwangerschaft endet nicht immer mit einer Geburt. Die Durchschnittswerte erlauben keine sichere Einschätzung Ihrer persönlichen Erfolgsaussichten. Diese hängen auch von Ihrem Alter und Ihrer individuellen medizinischen Situation ab.

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